IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT

Preisverleihung des 4. Drehbuchwettbewerbs 2019/2020, 1. Stufe

Am Mittwoch Abend, dem 4. Dezember 2019, fand die feierliche Preisverleihung der ersten Runde des zweistufigen Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT im Filmcasino in Wien statt.

Das Drehbuchforum Wien, das Österreichischen Filminstitut/gender*in*equality und
FC GLORIA Frauen Vernetzung Film freuen sich sehr, die Preisträger*innen der ersten Wettbewerbsstufe (vom Exposé zum Treatment) von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT bekannt zu geben:

Die hochkarätige Jury hat aus der großen Zahl von 75 eingereichten Exposés fünf ausgewählt, die jeweils mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro ausgezeichnet wurden. Die Auszeichnung umfasst zusätzlich eine dramaturgische Begleitung durch erfahrene Drehbuchautor*innen, die gemeinsam mit dem Preisträger*innen ausgewählt werden.

Frauen*figuren jenseits des Klischees waren die Vorgabe und die wurde in den Augen der Jury sehr deutlich erfüllt. Ein Blick nur auf die Figuren der ausgezeichneten Filmemacher*innen zeigt eine tschechoslowakische Dissidentin auf der Suche nach einem sicheren Leben in Freiheit als Alleinerzieherin (Perla von Alexandra Makarová), eine übergewichtige Sängerin belastet durch body-shaming (Karolina von Raphaela Möst, bei der Preisverleihung vertreten durch Sarah Zaharanski), eine Mörderin, die eine offenbar völlig motivlose Bluttat begeht (Der letzte Engel von Calvin Trosien), eine jungen Frau, die ihr bislang zielloses Leben durch Beitritt in eine neurechte Gruppe regelt (Mutterland von Olivia Lauren Requat). Und da ist auch noch das Institut für Probleme der Präsenz, das seinen Klient*innen Maßnahmen zur Anpassung und Normalität anbietet (von Luz Olivares Capelle). Wir gratulieren sehr herzlich und freuen uns auf die Treatments der spannenden Stoffe!

Frauen*figuren auf der Leinwand bestimmen die Bilder von Frauen in unserer Gesellschaft. Role-Models jenseits der Klischees zeigen Handlungsmöglichkeiten auf, machen Mut, üben Kritik und verhelfen Zuschauer*innen dabei, sich neu zu positionieren.
Der 2016 initiierte Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT. Frauen*figuren jenseits der Klischees unterstützt Autor*innen bei der Entwicklung innovativer Frauen*figuren mit dem Ziel mehr Vielfalt, Lebendigkeit und neue Vorbilder in die Drehbücher und damit auch in die österreichischen und internationalen Kinos zu bringen.

Wir danken der fünfköpfigen Jury:

Iris Blauensteiner (Filmemacherin, Autorin, Preisträgerin des Vorjahres)
Elisabeth Gabriel (Filmdramaturgin, Theaterregisseurin)
Barbara Gräftner (Drehbuchautorin, Regisseurin)
Giona Nazzaro (Kurator, Leiter Venice International Film Critic’s Week)
Karina Ressler (Editorin)

Nina Kusturica war die bejubelte Impulsrednerin des Abends, die Keynote ist im Archiv zum Nachhören online gestellt.

Detaillierte Informationen inklusive Jurybegründungen, der Link zur Keynote von Nina Kusturica, Biografien und die Einreichbedingungen finden Sie hier >

 

Archiv: Audio-Mitschnitte

Unsere Veranstaltungen zum Nachhören

Sollten Sie eines unserer Let’s talk about scripts Gespräche oder eines der Impulsreferate zu den if she can see it – Preisverleihungen versäumt haben – ausgewählte Audio-Mitschnitte unserer Gespräche finden Sie in unserem Archiv. Ganz aktuell gibt es:

Und zur Erinnerung an Gustav Deutsch, ein Let’s talk about scripts – on location von 2013 zu seinem Film:

Zu den Mitschnitten >

 
EU Logo (c) Europäische Kommission

Kulturrat Österreich: Offener Brief betreffend Demontage des Kunst-, Kultur- und Bildungsressorts in der EU

Europaweite Initiative

Wir wenden uns mit allem Nachdruck gegen die Vorschläge der designierten Kommissions-Präsidentin von der Leyen zur Neu-Strukturierung der Europäischen Kommission. Diese bringen kulturpolitische Positionen zum Ausdruck, die vehement abzulehnen sind.
Kein Ressort für Kunst und Kultur, sondern Zu- und Unterordnung unter „Innovation und Jugend“, aber ein Ressort für den „Schutz der europäischen Lebensweise“, zuständig für Migration. […]
Wir fordern Sie dazu auf, alle Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um diesen dem europäischen Kulturprojekt abträglichen Entwicklungen mit aller Vehemenz entgegenzutreten.

Den gesamten Wortlaut des Briefes finden Sie hier: Drehbuchverband Austria
Die europaweite Initiative inklusive Petition findet sich hier: cultureactioneurope.org
Kulturrat https://www.kulturrat.at

Das Drehbuchforum Wien schließt sich diesen Forderungen an.

 
 
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