Die Preisträger*innen
Preisträger*innen, Jury und Initiator*innen
 
Wilbirg Brainin-Donnenberg
Roland Teichmann und Milan Dor
 
Musik: Angélica Castelló
Cornelia Travnicek
 
Eva Flicker
Maya Götz, Roland Teichmann, Iris Zappe-Heller

Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT 2017

zu Frauen*figuren jenseits der Klischees


Die Preisträger*innen der 1. Wettbewerbsstufe

Das Drehbuchforum Wien, das Österreichischen Filminstitut/gender*in*equality und
FC GLORIA Frauen Vernetzung Film freuen sich sehr, die Preisträger_innen der ersten Wettbewerbsstufe von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT bekannt zu geben:

Am Montag Abend, dem 23. Oktober 2017, fand die Preisverleihung der ersten Runde, des zweistufigen Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT im Filmcasino statt.
Die musikalische Begleitung übernahm Angélica Castelló.

Frauen*figuren auf der Leinwand bestimmen die Bilder von Frauen in unserer Gesellschaft. Role-Models jenseits der Klischees zeigen Handlungsmöglichkeiten auf, machen Mut, üben Kritik und verhelfen Zuschauer*innen dabei, sich neu zu positionieren. 
Der 2016 initiierte zweistufige Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT. Frauen*figuren jenseits der Klischees unterstützt Autor*innen bei der Entwicklung innovativer Frauen*figuren mit dem Ziel mehr Vielfalt, Lebendigkeit und neue Vorbilder in die Drehbücher und damit auch in die österreichischen und internationalen Kinos zu bringen.

Die hochkarätige Jury hat aus der hohen Zahl von 77 (!) eingereichten Exposés fünf ausgewählt, die mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro ausgezeichnet wurden. Die Auszeichnung schließt eine dramaturgische Begleitung durch erfahrene Drehbuchautor*innen mit ein, die gemeinsam mit dem Preisträger*innen ausgewählt werden.
Wir danken der fünfköpfigen Jury des zweitstufigen Wettbewerbs für ihre Fachkenntnis auf praktischer und theoretischer Ebene:

Katrina Daschner, Künstlerin und Filmemacherin (Pferdebusen), Preisträgerin des Vorjahres
Eva Flicker, Professorin am Institut für Soziologie der Universität Wien
Christian Frosch, Drehbuchautor, Regisseur (Von jetzt an kein zurück) 
Johanna Moder, Drehbuchautorin, Regisseurin (High Performance)
Cornelia Travnicek, Schriftstellerin (Chucks, Parablüh – Monologe mit Sylvia)

Ausführliche Biografien der Jurymitglieder finden Sie weiter unten.


 
 

Preisträger*innen


Die Preisträger*innen der 1. Stufe des Wettbewerbs
(mit jeweils 5.000 Euro dotiert) und die Jurybegründung:

 
Jessica Lind

Jurybegründung
Was passiert, wenn das Schlimmste eintritt und ein Kind zu Tode kommt, die Mutter jedoch nicht wie erwartet auf dieses tragische Schicksal reagiert? Das Fehlen von Hannah erzählt ein schreckliches Ereignis aus drei unterschiedlichen Perspektiven auf unterschiedlichen Zeitebenen. Die betroffene Mutter bleibt Projektionsfläche. Aber die Irritation über ihren Umgang mit Schmerz, ihr offensichtliches Verweigern von Trauer, beeinflusst das Leben der Protagonistinnen nachhaltig.
Diese klug gebaute Geschichte fesselt und hinterfragt vorgefertigte Erwartungshaltungen. Das Identifikationsbedürfnis mit einer Hauptfigur und der Point of View innerhalb der Erzählung werden spielerisch dekonstruiert. Das Exposé von Fehlen von Hannah verspricht einen spannenden, fein beobachteten Film über Frauen, die den Mut haben, anders zu sein. Und erst wenn Normen in Frage gestellt werden, beginnt Veränderung.

Das Fehlen von Hannah
Ein Kind stirbt bei einem Unfall unter mysteriösen Umständen. Aus drei Frauenperspektiven wird ein Blick auf die Mutter geworfen. Sie trauert nicht so, wie es von ihr erwartet wird und nimmt dadurch Einfluss auf die Schicksale der anderen.

Jessica Lind
Jessica Lind, geboren 1988 in St. Pölten, lebt und arbeitet als selbständige Drehbuchautorin und Dramaturgin in Wien. Sie studiert im Masterstudium Drehbuch an der Filmakademie Wien. Neben diversen Stipendien im literarischen wie filmischen Bereich gewinnt sie 2015 den Open Mike Prosapreis. 2017 ist sie Stipendiatin beim Klagenfurter Literaturkurs, der jährlich im Rahmen des Bachmannpreises stattfindet. Veröffentlichungen im Rundfunk, Anthologien und Zeitschriften.

 
Peter Stephan Jungk

Jurybegründung
Hedy Lamarr, 1914 in Wien geboren und im Jahr 2000 in Florida verstorben, ist mit Sicherheit die einzige Person, die sowohl einen Stern an Hollywoods Walk of Fame hat, als auch Preisträgerin der Electronic Frontier Foundation ist. Ihr Beitrag in der Grundlagenforschung des “frequenzy hoppings”, jener Erfindung auf der wesentlich die mobile Telophonie und Bluetooth basiert, stellt das Zentrum dieses ungewöhnlichen Biopics dar. Ein Film, der die gealterte Diva zeigt, die sich höchst geerdet und vital einem windigen Physiker zur Wehr setzt, der Hedy ihre Erfindung abluchsen möchte. Das Exposé verspricht eine heitere Hommage an die Grande Dame des Glamourkinos, der es eben nie gereicht hat nur die schönste Frau der Welt zu sein. Hedy Lamarr widersprüchlich und widerständig, eine Geschichte, die erzählt werden muss.

Hedys Ekstase
Hedy Lamarrs Stern hat 1966 zu sinken begonnen. Wegen Ladendiebstahls festgenommen, begegnet sie nach ihrer Freilassung dem Physiker James Stecher. Er weiß von Hedys Erfindung, will aber weit mehr darüber erfahren. In den nächsten Tagen entspinnt sich eine komplexe Beziehung zwischen den beiden, von Hedys Hoffnung getragen, endlich eine neue Liebe gefunden zu haben, von Stechers Ehrgeiz geleitet, ihr die letzten Geheimnisse ihrer Erfindung zu entlocken.

Peter Stephan Jungk
Jungk wurde 1952 im kalifornischen Santa Monica geboren. Er verbrachte Kindheit und Jugend in Wien, Berlin und Salzburg. Er ist freier Schriftsteller, Drehbuchautor und Dokumentarfilmer. Seine bekanntesten Werke: Franz Werfel: Eine Lebensgeschichte, Tigor, Die Unruhe der Stella Federspiel, Die Reise über den Hudson. Sein Roman Der König von Amerika über Walt Disney diente dem amerikanischen Komponisten Philip Glass als Vorlage für dessen Oper The Perfect American. Der Dokumentarfilm Auf Ediths Spuren, der auf etlichen Festivals und im Frühjahr 2017 in den österreichischen Kinos zu sehen war, basiert auf Jungks 2015 erschienenem Buch Die Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart. Es erzählt die Biografie seiner Großtante, einer bekannten Fotografin, die als Geheimagentin für die Sowjetunion tätig war. Jungk lebt mit Frau und Tochter in Paris.

Lillian Birnbaum
Birnbaum ist in New York, USA geboren, in Wien aufgewachsen und lebt zwischen Paris und Wien. 1983 begann sie ihre Karriere als Fotografin, es folgten mehrere publizierte Fotobücher und internationale Ausstellungen. Von 1998 bis 2009 arbeitete sie mit dem Schweizer Filmproduzenten Arthur Cohn zusammen und entwickelte mehrere erfolgreiche Drehbücher. Darüber hinaus war sie bei vielen Filmen die ausführende Produzentin wie etwa dem Oscar-Preisträger One Day in September (Regie: Kevin Macdonald). Von 2000 -2002 führte sie bei Musik-Clips Regie zum Beispiel für die Deutsche Grammophon und Anne-Sophie Mutter.
2007 realisierte sie gemeinsam mit Peter Stephan Jungk Eine Brücke zwischen zwei Welten, eine Hommage an den amerikanischen Dirigenten Andre Previn.
2012 begann Lillian Birnbaum mit der in Wien gegründeten Firma peartree-entertainment Stoffe für Spiel- und Dokumentarfilme zu entwickeln, zuletzt Peter Stephan Jungks Dokumentarfilm Auf Ediths Spuren, der erfolgreich 2017 in den österreichischen Kinos lief.

 
Ines Hochgerner

Jurybegründung
Mit dem Exposé zu dem Film Mi zeichnet die Jury einen Film aus, der visuell und narrativ ein faszinierendes Abenteuer ist. Während der Film zwar behauptet ein Road-Movie zu sein, ist er gleichzeitig einer, an dessen Ende keine Selbstfindung steht. Vielmehr befragt der Film permanent seine Protagonist*innen und das Medium Film selbst. Uns begegnen weder klar konturierte Figuren noch zuverlässige Landschaften. Es ist im Gegenteil ein Aufgeben der Formen: sowohl der verhandelten Beziehungen wie auch ein Aufgeben von Stabilität der filmischen Formen. Mit komödiantischem Grundton in den Dialogen treten die fluiden Subjekte bzw. Protagonist*innen eine Reise ins Ungewisse an. Ihre Unsicherheiten, Ängste oder auch ihr maßloser Mut werden visuell in experimenteller Weise in Bilder übersetzt, die sich bekannten Sehgewohnheiten des Spielfilmes entziehen…
Das Spiel mit dem Fokus, den Untertiteln oder auch dem Ton wird benutzt um bekannten Beziehungsmustern entgegen zu treten um sie letztlich zu erweitern.

Mi – ein Roadmovie mit fantastischen Elementen, die nicht drogeninduziert sind
Eine unaufgeregte Odyssee in einer unbestimmten Zeit, die keine Heldinnentaten benötigt; eine verträumte Parabel mit absurder Komik über das Leben als Reise. Es geht um das Zelebrieren des Moments, die Schönheit des Ephemeren und die Veränderbarkeit des Selbst im Laufe des Weges – ein Hoch auf Diversität und die beginnt bereits im Individuum.

Weina Zhao
1986 in Peking geboren. Aufgewachsen in Wien, sammelte sie nach dem Masterstudium der Sinologie Erfahrungen als Regie- und Produktionsassistentin u.a. bei China Reverse (2013, R: Judith Benedikt), Zuhause (2013, R: Nariman Mansouri & Weina Zhao), Das Fieber (in Entstehung, R: Katharina Weingartner). Seit 2012 setzt sie eigene Projekte, z.B. A Tale of Two Families, (R: mit Judith Benedikt) um. Sie lebt und arbeitet als Filmemacherin, Übersetzerin und Kulturvermittlerin in Wien.

Ines Hochgerner
1982 in St. Pölten geboren und lebt als bildende und Medien-Künstlerin in Wien.
Im Rahmen ihres Studiums an der Universität für angewandte Kunst Wien (Malerei, Johanna Kandl) sammelte sie Erfahrungen anhand eigener experimenteller Kurzfilm-Projekte, sowie im Rahmen von Dokumentationen performativer, künstlerischer Projekte von u.a. Helmut & Johanna Kandl, Lina Lapelyte, Ruth Proctor und Peter Fritzenwallner.

 
Lisa Terle und Iris Zappe-Heller

Jurybegründung
Der Film Trude ist ein Film über zwei wunderbare Künstlerinnen. Im Wien der 1920er Jahre begegnen wir der Fotografin Trude Fleischmann und der Tänzerin Claire Bauroff. Im berühmten Atelier von Trude Fleischmann entsteht das bekannte „Nacktportrait“ von Bauroff. Bereits im vorliegenden Exposé ist das große Potenzial zu erkennen, wie aktuell und hochpolitisch diese Geschichte in vielen Aspekten auch heute wieder ist. Ein Portrait über zwei unabhängige Frauen, die nicht nur Künstlerinnen sondern bereits in jungen Jahren gute Geschäftsfrauen waren. Ein Portrait über eine Zeitperiode in der „Nacktheit“ nicht nur „Objekt-sein“ sondern auch selbstermächtigender Ausdruck oder „Kostüm“ sein konnte. Und auch ein Portrait über Wiens lebendige Künstler*innenszene kurz vor dem Nationalsozialismus. Trude ist auch ein Film über das „Fotografieren“; über das Reflektieren von Bilder-Mächten und dabei entstehende Hierarchien. Etwas, das bis heute im Film ein großes Thema ist: Wer steht hinter der Kamera, wer davor und welches Einverständnis oder auch welche Faszination gibt es unter den Beteiligten für diese Situation.

Trude
Wien, 1924: die aufstrebende jüdische Fotografin Trude Fleischmann trifft auf die schöne junge Tänzerin Claire Bauroff. Ein Fotoshooting der besonderen Art erweist sich als Wechselspiel von Sehen und Gesehen-Werden, Entblößen und Verhüllen, das nicht nur in der Fotografie, sondern auch in den beiden Frauen permanente Spuren hinterlässt.

Lisa Terle
Lisa Terle, geboren am 11.03.1983 in Klagenfurt/Kärnten. Nach für Schriftstellerkarriere förderlicher tragisch-schöner Kindheit die Ausbildung an der HTBLA Ortwein für Kunst und Design in Graz fortgesetzt. Der Allgemeinbildung mit Studien in Kunstgeschichte und Anglistik/Amerikanistik an der Karl Franzens Universität Graz Rechnung getragen, danach ab 2007 Studium an der Filmakademie Wien/Buch und Dramaturgie. Verschiedene Lebenswirrungen durchstanden, 2011 ein Kind bekommen und nun Konzentration auf das Schreiben.

 
Didi Drobna
Achmed Abdel-Salam und Iris Zappe-Heller

Jurybegründung
Dieser Film ist eine lebensnahe Geschichte über jugendlichen Burnout in einer desolaten Familie, die das sehr aktuelle und gleichsam wenig beachtete Thema Jugendpsychiatrie aufgreift. Das Exposé, welches auf einem bereits vorliegenden und erfolgreichen Roman basiert, überzeugt sowohl mit einem liebevoll gezeichneten Schwestern-Duo, als auch mit der Darstellung der neurologischen Anstalt und ihrer jungen Patienten und Patientinnen. Als die Schwestern gemeinsam “mit einem charmanten Irren”, wie es in der Inhaltsangabe heißt, aufbrechen, um nach einem verlorenen Bruder zu suchen, verwandelt sich das Drama schnell in ein Roadmovie. Trotz der Schwere der Themen behält die Geschichte eine überzeugende Leichtigkeit im Tonfall.

Zwischen Schaumstoff
LISA (17) und ihre jüngere Schwester DAISY (7) sind ihre eigene kleine Insel in einer desolaten Familie. Bald landet Lisa wegen Burnout auf der neurologischen Anstalt. Die Mädchen müssen das erste Mal getrennt voneinander zurechtkommen. Überraschend entdeckt Lisa, dass es noch einen verheimlichten älteren Bruder gibt und beschließt ihr Leben in die Hand zu nehmen: sie bricht gemeinsam mit Daisy und einem charmanten Irren auf eine abenteuerliche Reise auf. 

Didi Drobna
1988 in Bratislava geboren. Studierte Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Wien, als auch Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst. Ihre literarische Arbeit wurde mit verschiedenen Preisen (ua. FM4 Wortlaut, Floriana) und Stipendien (ua. Start-Stipendium, Mira Lobe-Stipendium) ausgezeichnet, ihr Debütroman war 2016 „Innsbruck liest“-Buch. Ihr neuer Roman erscheint 2018 bei Piper. Hauptberuflich leitet sie die Kommunikation & Presse eines IT-Forschungszentrums.

Achmed Abdel-Salam
Freier Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler. Geboren 1983 in Wien, entdeckte er seine Leidenschaft für das Erzählen bereits in der Kindheit. Die ersten selbst verfilmten Drehbücher führten ihn 2010 schließlich an die Filmakademie Wien, wo er derzeit das Masterstudium Buch und Dramaturgie betreibt. 2013 wurde er mit dem Carl Mayer-Förderungspreis ausgezeichnet, 2014 erhielt er ein Jahresstipendium der Literar Mechana. Das von ihm illustrierte Kinderbuch Der Online-Zoo wird landesweit an Volksschulen und Kindergärten zur ersten medienpädagogischen Erziehung eingesetzt.
Derzeit arbeitet er an der Realisierung eines Horrorfilms und entwickelt als Mitglied eines Writers’ Room eine TV-Serie.

 
 
Maya Götz
 
 

IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT*

Drehbuchwettbewerb zu Frauen*figuren jenseits der Klischees

Ausschreibung 2017

Eine Initiative des Drehbuchforum Wien und des Österreichischen Filminstituts/gender*in*equality

• Weibliche Hauptrollen mindern Einspielergebnisse
• Komödien mit weiblichen Hauptdarstellerinnen sind ein riskantes Geschäft

Das sind zwei von fünf Hollywood-Lügen, welche die New York Times vom 2. Mai 2017 widerlegt, siehe Artikel NYT >
Die anderen drei beziehen sich auf Schauspieler*innen mit schwarzer Hautfarbe, Migrationshintergrund oder in fortgeschrittenem Alter.

Diesen hartnäckigen und dennoch falschen Behauptungen entgegenzutreten, ist einer von vielen Gründen, den erfolgreichen Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT. Frauen*figuren jenseits der Klischees 2017 fortzusetzen.

Die überdurchschnittlich hohe Einreichzahl mit 85 Exposés (70 davon von Frauen) und das enorme Echo waren ein wichtiges Zeichen an die Branche. Es gibt ganz offensichtlich viele spannende Ideen und großes Interesse am Thema. Durch den Drehbuchwettbewerb fühlten sich viele Autor*innen ermutigt, bewusst andere Stoffe zu erzählen und differenzierte Frauen*figuren zu entwickeln.

Mit einer gezielten Unterstützung von Drehbuchautor*innen bei der Entwicklung von Frauen*figuren jenseits der Klischees wollen das Drehbuchforum Wien und das österreichische Filminstitut dazu beitragen, dass heimische Autor*innen ihre Ideen in einem finanziell abgesicherten Rahmen frei ausarbeiten können, ohne (wie oft üblich) in Vorleistung zu gehen und ohne sich an vermeintlichen Erfolgsrezepten orientieren zu müssen.
Der Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT wird zusätzlich zu den gut dotierten Preisgeldern und der dramaturgischen Begleitung der Preisträger_innen auch 2017 wieder ein Pitching von 20 Stoffen aus der Shortlist beinhalten, um möglichst vielen der für den Wettbewerb entwickelten Einreichungen einen guten Start in die Drehbuchentwicklung zu geben.

Wir wünschen uns, dass die für den Wettbewerb entwickelten Stoffe auch bei Produktionsfirmen und Förderstellen Interesse wecken und der Wettbewerb außerdem zu einer gendergerechteren Verteilung der Fördermittel beitragen wird.

Der zweistufige Drehbuchwettbewerb richtet sich an die österreichische Filmbranche. Einreichberechtigt sind Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren, Nachwuchsautorinnen und Nachwuchsautoren österreichischer Nationalität oder EU- oder EWR-Bürger*innen mit ständigem Wohnsitz in Österreich. 

Einzureichen sind Exposés für abendfüllende Kino-Spielfilme mit mindestens einer zentralen Frauenfigur. Alle Genres und Formate sind willkommen, auch mit Komödien können etablierte Stereotypen demaskiert und treffsicher Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Die Preisgelder kommen den Autor*innen zugute.

Einreichfrist
Exposés können ab sofort eingereicht werden.
Einreichfrist: 31. August 2017, es gilt das Datum des Poststempels.

Jury
Die Jury setzt sich aus 5 Expert_innen zusammen und entscheidet mit einfacher Mehrheit. Die Entscheidung der Jury ist am Rechtswege nicht anfechtbar.

Preisgeld
1. Stufe: 5× 5.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Treatments
2. Stufe: 1× 15.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Drehbuchs

Den ausgewählten Autor_innen wird die erste Hälfte des Preisgeldes bei Auswahl, die zweite Hälfte bei Fertigstellung des Treatments, in der zweiten Stufe bei Fertigstellung des Drehbuchs ausbezahlt.

Zeitplan
1. Stufe

2. Stufe

°)Geena Davis leistet seit Jahren mit den vielfältigen Aktivitäten ihres Institute on Gender in Media wichtige Beiträge. If she can see it, she can be it, das Motto des Geena Davis Institute on Gender in Media, haben wir aus diesem Grund als Titel des Drehbuchwettbewerbs gewählt.

 
 

Einreichunterlagen

Von Antragsteller*innen, die nicht auf ein verfilmtes Langspielfilm-Drehbuch oder 3 verfilmte Serien-Folgen verweisen können, oder über eine fundierte Drehbuchausbildung verfügen, benötigen wir zusätzlich eine Drehbuchszene mit Dialogen, aus der ein Szenenaufbau und der Umgang mit Figuren ersichtlich werden.

Einreichungen sind in 6-facher Ausführung per Postweg an das drehbuchFORUM Wien zu richten oder können persönlich abgegeben werden.
Die Einreichunterlagen sind in Schriftgröße 12 Punkt und auf Deutsch (nach Rücksprache und nur in begründeten Fällen in Englisch) vorzulegen und mit einem Deckblatt (Titel und Autor*in) zu versehen. 
Das Einreichformular ist extra und nur einmal beizulegen. Medien (DVDs, etc.) mit Arbeitsproben oder Referenzfilmen jeglicher Art können nicht berücksichtigt werden.
Die Teilnehmer*innen haben keinen Anspruch auf Ersatz von im Rahmen der Wettbewerbsteilnahme entstandenen Kosten.
Die Teilnehmer*innen nehmen zur Kenntnis, dass die eingereichten Exposés aus arbeitstechnischen Gründen nicht zurückgeschickt werden können.

Teilnahmebedingungen

In Kooperation mit film fatale – Interessengemeinschaft von Produzentinnen und Producerinnen Österreichs gibt es ein Pitching mit ausgewählten Stoffen.
Konzept: Drehbuchforum Wien (Wilbirg Brainin-Donnenberg) in Zusammenarbeit mit ÖFI Genderanliegen (Iris Zappe-Heller) und FC GLORIA Frauen Vernetzung Film
Organisation: Drehbuchforum Wien 

Nähere Informationen zur Ausschreibung: Drehbuchforum Wien office@drehbuchforum.at, Tel. 01 526 85 03
Das Einreichformular mit den Teilnahmebedingungen finden Sie  hier als PDF >
 

 
 
Katrina Daschner 200
 
Eva Flicker (c) Luzia Puiu
 
Christian Frosch
 
Johanna Moder
 
Cornelia Travnicek
 
 
kontakt drehbuchFORUM
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