IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT

Online-Preisverleihung 6. Drehbuchwettbewerbs 2021/2022 - erste Stufe, 13.12.2021, 18.30


Wir freuen uns, die Preisverleihung der ersten Stufe des 6. Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT zum Thema Heimatfilm anzukündigen. Die Veranstaltung wird online stattfinden. Wir möchten Sie herzlich einladen, am 13.12.2021 um 18.30 Uhr die Verleihung als Onlineveranstaltung via Zoom zu besuchen.
Bitte um Anmeldung bis 10.12.2021
Der Link wird am Tag der Preisverleihung versandt.

Die fünf Preisträger*innen werden im Zuge der Verleihung bekanntgegeben. Es wird also spannend.

Die Keynote hält dieses Jahr die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mithu M. Sanyal, die sich in ihrem Beitrag zum Sammelband Eure Heimat ist unser Alptraum und ihrem kürzlich erschienenen Roman Identitti mit Themen wie Identitätspolitik, Rassismus und Feminismus beschäftigt. Im Gespräch mit Wilbirg Brainin-Donnenberg wird sie besonders auf ihren Zugang zum Heimatbegriff und Diversität eingehen.

Die Begrüßungsworte und Gratulationswünsche kommen von Iris Zappe-Heller (Gender- und Diversity-Beauftragte und stellvertretende Direktorin) und Roland Teichmann (Direktor) vom Österreichischen Filminstitut als Finanzierungspartner.

Wir danken unserer internationalen Jury, die Biografien finden sie weiter unten >

 
Anmeldung zur Preisverleihung >
 
 
Mithu M. Sanyal
 
 

IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT

Ausschreibung des 6. Drehbuchwettbewerbs 2021/2022


Zweistufiger Drehbuchwettbewerb zu Frauen*figuren jenseits der Klischées.
Schwerpunkt: Heimatfilm

Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Österreichischen Filminstitut/gender*in*equality die Ausschreibung der 6. Ausgabe von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT Frauen*figuren jenseits der Klischees bekannt geben zu können.
Der zweistufige Drehbuchwettbewerb richtet sich an die österreichische Filmbranche, teilnahmeberechtigt sind Drehbuchautor*innen und Nachwuchsautor*innen österreichischer Nationalität oder EWR-Bürger*innen mit ständigem Wohnsitz in Österreich.

Preisgeld
1. Stufe: 5× 5.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Treatments
2. Stufe: 1× 15.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Drehbuchs

Einzureichen sind Exposés für einen abendfüllenden Kino-Spielfilm mit mindestens einer zentralen Frauen*figur.

Pitching
Um möglichst vielen der für den Wettbewerb entwickelten Einreichungen einen guten Start in die Drehbuchentwicklung zu geben, wird die Jury auch wieder 14 Stoffe für ein Pitching der Autor*innen vor Produzentinnen und Producerinnen auswählen, das nach der 1. Preisverleihung als Kooperation von Drehbuchforum Wien, Österreichischen Filminstitut/gender*in*equality, FC GLORIA Frauen Vernetzung Film, film fatale, pro pro Produzentinnenprogramm und Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft in der WKW stattfinden wird.

Die Einreichfirst endete am 13. September 2021
Einreichformular >

 

Zeitplan


1. Stufe
Einreichungsfrist: 13. September 2021
Anfang Dezember: 1. Jurysitzung
13. Dezember 2021: 1. Preisverleihung (online)
Mitte Jänner: Pitching-Coaching
Ende Jänner 2022: Pitching mit Produzentinnen und Producerinnen

2. Stufe
Ende Mai 2022: Abgabe Treatments
Anfang Juni 2022: Hauptpreisverleihung (in Person)

 
 

Schwerpunkt: Heimatfilm


Nachdem 2020 der Fokus auf dem Genre Komödie lag, soll in der 6. Runde der Heimatfilm im Fokus stehen.

Heimatfilm ist ein Genre, das mit mindestens so vielen Stereotypien verbunden ist wie die darin vorkommenden Frauen*rollen. Die Herausforderung, das eine mit dem anderen zu konterkarieren, sollte eine spannende Auseinandersetzung ergeben, die einen kontaminierten Begriff zeitgemäß bewertet und gleichzeitig die Frauen*figuren im Sinne des Wettbewerbs von tradierten Klischees abrückt.

Der Heimatfilm hat im Zuge seiner Geschichte viele verschiedene Schattierungen erfahren. Im Wesentlichen geht es aber immer auch darum, den Hintergrund einer Erzählung, der auf die unmittelbare, nationale natürliche Umgebung gelegt ist, auf verschiedene Genrevariationen anzuwenden.

Beispiele sind etwa Öko/Polit-Thriller, die Korruption und ökologische Verbrechen aufdecken (Wasserqualität, Flächenwidmungen, Straßenplanung, Förderung von Massentourismus usw…), oder Fantasystoffe, die aus Legenden entstehen und die archaische Rituale (Horror/Suspense-Genre) in die Jetztzeit bringen (Zauberei, Hexenwahn, verwunschene Orte usw…), oder auch der mittlerweile beliebte Typus des “Landkrimis” (pfiffige Dorfpolizist*in ist cleverer als städtische Forensiker*innen…), nicht zuletzt auch zeitgemäße Musikfilme.

In all diesen Subgenres agieren wiedererkennbare Archetypen, die es zu dekonstruieren gilt. Der Bürgermeister, der Naturbursche, die reine Magd, die weise/böse/kräuterwissende Großmutter, der unsensible Altbauer, der nur an die Weitergabe des Hofs denkt, die unangepasste “Heimkehrerin” aus der Stadt, die Unternehmer*in im Dorf, die Ärztin, der Pfarrer usw…

Aus heutiger Sicht ist der Topos Heimatfilm zu erweitern. Er umfasst nicht nur
Edelweiß-Romanze, Wildererepos, Hans Moser im Weißen Rössl, Geier Wally…
sondern auch aktuell politisch besetzte Themen wie: Heimat, ein Ort, der verlassen wurde, ein Umfeld, das niemals oder schwierig zur (neuen) Heimat wurde, Heimat, ein Ort, an den man (nach – unfreiwilliger Abwesenheit) zurückkehrt.

Jedes Bundesland kann zu diesen Subgenres auch spezielle eigene Komponenten und deren inhärente Problematiken beitragen: See, Berg, Schifahren, Wein, Höhlen, Grenzland, sowie auch eigene Kulinaria, Musik, Architektur…

Die Pandemie hat – will man den Immobilienmakler*innen Glauben schenken – ein starkes Interesse an einem Leben abseits von Ballungsräumen generiert. Damit ist ein neuer Blick auf Landschaft, Natur, Biokost und Einfachheit nicht nur hochaktuell, sondern trifft auch einen Nerv. Erwartet wird nicht die rustikale Romantik vergangener Jahre, sondern ein tatsächlich lebbares Ambiente, in dem sich unser aller Leben in seinen vielfältigen Facetten wiedererkennt.

Als wünschenswertes Ergebnis wäre eine Sammlung von einfallsreichen Geschichten anzusehen, denen es gelingt sowohl narrative als auch personelle Stereotypien zu identifizieren und Gegenentwürfe zu konstruieren, die für das Genre Heimatfilm einen neuen Geschmack entwickeln.
Mit der erneuten wollen das Drehbuchforum Wien und das Österreichische Filminstitut dazu beitragen, dass heimische Autor*innen ihre Ideen in einem finanziell abgesicherten Rahmen frei ausarbeiten können, ohne (wie oft üblich) in Vorleistung zu gehen und ohne sich an vermeintlichen Erfolgsrezepten orientieren zu müssen.
Wir hoffen in Folge auch auf das Interesse der Produktionsfirmen und Förderstellen, die entstehenden, mutigen und ungewöhnlichen Geschichten weiter zu unterstützen.

 
 

Jury

Tina Leisch, Film-, Text- und Theaterarbeiterin
Sabine Scholl, Autorin, Essayistin
Anna Schwingenschuh, Drehbuchautorin, Film- und Fernsehmacherin, Haupt-Preisträgerin des Vorjahres
Titus Selge, Drehbuchautor, Regisseur
Weina Zhao, Drehbuchautorin, Filmemacherin, Preisträgerin 2017/18

 
Tina Leisch  FC Chinolope
 
Sabine Scholl
 
Anna Schwingenschuh
 
Titus Selge fotografiert von C. Marquardt
 
Weina Zhao
 
 

Konzept
drehbuchFORUM Wien (Wilbirg Brainin-Donnenberg) in Kooperation mit dem Österreichischen Filminstitut gender*in*equality (Iris Zappe-Heller), VGR Verwertungsgesellschaft Rundfunk und FC GLORIA Frauen Vernetzung Film. Organisation: drehbuchFORUM Wien.

 
 
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