IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT

Ausschreibung des 6. Drehbuchwettbewerbs 2021/2022


Zweistufiger Drehbuchwettbewerb zu Frauen*figuren jenseits der Klischées.
Schwerpunkt: Heimatfilm

Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Österreichischen Filminstitut/gender*in*equality die Ausschreibung der 6. Ausgabe von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT Frauen*figuren jenseits der Klischees bekannt geben zu können.
Der zweistufige Drehbuchwettbewerb richtet sich an die österreichische Filmbranche, teilnahmeberechtigt sind Drehbuchautor*innen und Nachwuchsautor*innen österreichischer Nationalität oder EWR-Bürger*innen mit ständigem Wohnsitz in Österreich.

Preisgeld
1. Stufe: 5× 5.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Treatments
2. Stufe: 1× 15.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Drehbuchs

Einzureichen sind Exposés für einen abendfüllenden Kino-Spielfilm mit mindestens einer zentralen Frauen*figur.

Pitching
Um möglichst vielen der für den Wettbewerb entwickelten Einreichungen einen guten Start in die Drehbuchentwicklung zu geben, wird die Jury auch wieder 14 Stoffe für ein Pitching der Autor*innen vor Produzentinnen und Producerinnen auswählen, das nach der 1. Preisverleihung als Kooperation von Drehbuchforum Wien, Österreichischen Filminstitut/gender*in*equality, FC GLORIA Frauen Vernetzung Film, film fatale, pro pro Produzentinnenprogramm und Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft in der WKW stattfinden wird.
Wir sind schon sehr neugierig auf Ihre differenzierten Frauen*figuren und damit einhergehend natürlich auch auf differenzierte Männer*figuren!

Einreichfirst: 13. September 2021
Einreichformular >

 

Zeitplan


1. Stufe
Einreichungsfrist: 13. September 2021
Mitte November 2021: 1. Jurysitzung
Anfang Dezember 2021: 1. Preisverleihung (wenn möglich in persona, sonst online)
Mitte Dezember 2021: Pitching-Coaching
Mitte Jänner 2022: Pitching mit Produzentinnen und Producerinnen

2. Stufe
Ende Mai 2022: Abgabe Treatments
Anfang Juni 2022: Hauptpreisverleihung (als Online-Video)

 
 

Schwerpunkt: Heimatfilm


Nachdem 2020 der Fokus auf dem Genre Komödie lag, soll in der 6. Runde der Heimatfilm im Fokus stehen.

Heimatfilm ist ein Genre, das mit mindestens so vielen Stereotypien verbunden ist wie die darin vorkommenden Frauen*rollen. Die Herausforderung, das eine mit dem anderen zu konterkarieren, sollte eine spannende Auseinandersetzung ergeben, die einen kontaminierten Begriff zeitgemäß bewertet und gleichzeitig die Frauen*figuren im Sinne des Wettbewerbs von tradierten Klischees abrückt.

Der Heimatfilm hat im Zuge seiner Geschichte viele verschiedene Schattierungen erfahren. Im Wesentlichen geht es aber immer auch darum, den Hintergrund einer Erzählung, der auf die unmittelbare, nationale natürliche Umgebung gelegt ist, auf verschiedene Genrevariationen anzuwenden.

Beispiele sind etwa Öko/Polit-Thriller, die Korruption und ökologische Verbrechen aufdecken (Wasserqualität, Flächenwidmungen, Straßenplanung, Förderung von Massentourismus usw…), oder Fantasystoffe, die aus Legenden entstehen und die archaische Rituale (Horror/Suspense-Genre) in die Jetztzeit bringen (Zauberei, Hexenwahn, verwunschene Orte usw…), oder auch der mittlerweile beliebte Typus des “Landkrimis” (pfiffige Dorfpolizist*in ist cleverer als städtische Forensiker*innen…), nicht zuletzt auch zeitgemäße Musikfilme.

In all diesen Subgenres agieren wiedererkennbare Archetypen, die es zu dekonstruieren gilt. Der Bürgermeister, der Naturbursche, die reine Magd, die weise/böse/kräuterwissende Großmutter, der unsensible Altbauer, der nur an die Weitergabe des Hofs denkt, die unangepasste “Heimkehrerin” aus der Stadt, die Unternehmer*in im Dorf, die Ärztin, der Pfarrer usw…

Aus heutiger Sicht ist der Topos Heimatfilm zu erweitern. Er umfasst nicht nur
Edelweiß-Romanze, Wildererepos, Hans Moser im Weißen Rössl, Geier Wally…
sondern auch aktuell politisch besetzte Themen wie: Heimat, ein Ort, der verlassen wurde, ein Umfeld, das niemals oder schwierig zur (neuen) Heimat wurde, Heimat, ein Ort, an den man (nach – unfreiwilliger Abwesenheit) zurückkehrt.

Jedes Bundesland kann zu diesen Subgenres auch spezielle eigene Komponenten und deren inhärente Problematiken beitragen: See, Berg, Schifahren, Wein, Höhlen, Grenzland, sowie auch eigene Kulinaria, Musik, Architektur…

Die Pandemie hat – will man den Immobilienmakler*innen Glauben schenken – ein starkes Interesse an einem Leben abseits von Ballungsräumen generiert. Damit ist ein neuer Blick auf Landschaft, Natur, Biokost und Einfachheit nicht nur hochaktuell, sondern trifft auch einen Nerv. Erwartet wird nicht die rustikale Romantik vergangener Jahre, sondern ein tatsächlich lebbares Ambiente, in dem sich unser aller Leben in seinen vielfältigen Facetten wiedererkennt.

Als wünschenswertes Ergebnis wäre eine Sammlung von einfallsreichen Geschichten anzusehen, denen es gelingt sowohl narrative als auch personelle Stereotypien zu identifizieren und Gegenentwürfe zu konstruieren, die für das Genre Heimatfilm einen neuen Geschmack entwickeln.
Mit der erneuten wollen das Drehbuchforum Wien und das Österreichische Filminstitut dazu beitragen, dass heimische Autor*innen ihre Ideen in einem finanziell abgesicherten Rahmen frei ausarbeiten können, ohne (wie oft üblich) in Vorleistung zu gehen und ohne sich an vermeintlichen Erfolgsrezepten orientieren zu müssen.
Wir hoffen in Folge auch auf das Interesse der Produktionsfirmen und Förderstellen, die entstehenden, mutigen und ungewöhnlichen Geschichten weiter zu unterstützen.

 
 

Informationen zur Einreichung


Einreichunterlagen

Einreichungen sind in 6-facher Ausführung per Postweg an das drehbuchFORUM Wien zu richten oder können persönlich abgegeben werden.
Die Einreichunterlagen sind in Schriftgröße 12 Punkt und auf Deutsch (nach Rücksprache und nur in begründeten Fällen in Englisch) vorzulegen und mit einem Deckblatt (Titel und Autor*in) zu versehen. 
Das Einreichformular ist extra und nur einmal beizulegen. Medien (DVDs, etc.) mit Arbeitsproben oder Referenzfilmen jeglicher Art können nicht berücksichtigt werden.
Die Teilnehmer*innen haben keinen Anspruch auf Ersatz von im Rahmen der Wettbewerbsteilnahme entstandenen Kosten.
Die Teilnehmer*innen nehmen zur Kenntnis, dass die eingereichten Exposés aus arbeitstechnischen Gründen nicht zurückgeschickt werden können.

Teilnahmebedingungen

 
 
kalender
Sommerpause
19.7.-16.8.2020
scriptLAB docu
28.10.2021

 
kontakt drehbuchFORUM
Stiftgasse 6
A-1070 Wien
Tel +43 1 526 85 03
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