IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT*

Drehbuchwettbewerb zu Frauenfiguren jenseits der Klischees

Eine Initiative des Drehbuchforum Wien und des Österreichischen Filminstituts
Save the Date: Kick-Off Veranstaltung in Wien mit Drehbuchautorin und Dramaturgin Helen Jacey (UK) 26.-28. Februar 2016

Die aktuellen Oscar-Nominierungen zeigen es wieder deutlich: In den acht wichtigsten Filmen des Jahres spielen Frauen kaum eine Rolle. In der Kategorie “Bester Film” gibt es in lediglich drei Filmen (Brooklyn, Mad Max und Room) zumindest eine weibliche Hauptrolle. Die Initiative #oscarsowhite thematisiert außerdem die mangelnde Rollenbesetzung und Auszeichnung von Schauspieler_innen diverser Ethnien.

Viele Filmschaffende fordern seit langem Frauenrollen jenseits der Klischees: in der Figurenzeichnung, in ihrer Rolle in der Handlung. Sie fordern etwa auch verstärkt Rollen für Frauen ab 40 jenseits des Leinwandaufputzes für männliche Heldengeschichten.
Andere Frauenrollen (und damit auch andere Männerrollen), also Leinwand-Heldinnen, die selbständig Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, nicht immer mit Krankheit und Tod bestraft werden, die nicht von Männern gerettet werden müssen, Frauen, die in nicht-traditionell weiblichen Berufen gezeigt werden, die diverse Herkünfte und andere Auffassungen von Geschlechterrollen sowie Beziehungsformen haben, all diese können auch indirekt zu einer Änderung in der Gesellschaft beitragen. If she can see it, she can be it, das Motto des Geena Davis Institutes on Gender in Media, haben wir aus diesem Grund als Titel des Drehbuchwettbewerbs gewählt.

Preisgeld
1. Stufe: 5× 5.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Treatments
2. Stufe: 1× 15.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Drehbuchs

Eine Expert_innen-Jury wählt aus den eingereichten Stoffen 5 Exposés aus, die mit je 5.000 Euro prämiert werden. Zur Unterstützung bekommen die Ausgewählten dramaturgische Begleitung. In einer zweiten Phase wählt die Expert_innen-Jury aus den 5 Treatments einen Stoff, der dann noch 15.000 Euro Drehbuchentwicklung-Preisgeld und dramaturgische Begleitung erhält.

Der zweistufige Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT richtet sich an die österreichische Filmbranche. Einreichberechtigt sind Drehbuchautor_innen, Nachwuchsautor_innen österreichischer Nationalität oder EU- oder EWR-Bürger_innen und seit 3 Jahren in Österreich lebend. Einzureichen sind Exposés für abendfüllende Kino-Spielfilme mit mindestens einer zentralen Frauenfigur. Die Preisgelder kommen den Autor_innen zugute.

Der genaue Ausschreibungstext sowie das Einreichformular werden in den nächsten Wochen versandt.

*) Motto des Geena Davis Institute on Gender in Media

 
Jacey 150

Kick-Off Veranstaltung mit Helen Jacey: Vortrag und Seminar
26.- 28.2.2016

Am 27.- 28.2. 2016 findet ein zweitägiges Kick-Off Seminar der international renommierten Drehbuchautorin und Dozentin Helen Jacey in Wien statt. Sie ist Autorin des Buches: The Woman in the Story. Writing a Memorable Female Character. Jacey skizziert Wege zu differenzierten weiblichen Charakterdarstellungen, analysiert „Heldinnen-Reisen“ im europäischen und US-amerikanischen Kino und vermittelt praxisorientiert die Entwicklung weiblicher (Haupt-)Figuren jenseits der üblichen Typologien und Genrekonventionen. Da das Seminar auf 25 Plätze beschränkt ist, wird Helen Jacey am 26.2.2016 einen Vortrag für alle Interessierten halten, der in einem kurzen Überblick auf wichtige Kriterien nicht-stereotyper Frauenfiguren eingeht, Beispiele aus Kino und TV bringt und nützliche Tools bereitstellt. Die Teilnahme an der Kick-Off Veranstaltung ist keine Einreichbedingung.

Informationen zum Veranstaltungsort folgen in Kürze.
Anmeldungen zu Vortrag und Seminar sind ab jetzt möglich:
Weitere Details zum Wettbewerb, Vortrag und Seminar hier >

 
Walter Wippersberg

Walter Wippersberg

1945-2016

Walter Wippersberg ist am Sonntag, den 31. Jänner, mit 70 Jahren verstorben. Er lebte als Schriftsteller, Regisseur und Filmemacher in Oberösterreich und Wien, war Herausgeber der Zeitschrift 99 und leitete von 1990 bis 2011 die Klasse »Drehbuch und Dramaturgie« an der Wiener Filmakademie (Universität für Musik und darstellende Kunst).
Zu seinem Schaffensbereich gehörten Theaterstücke, Hörspiele, Romane, Kinder- und Jugendbücher, Essays, Fotoserien und Filme. Drehbücher schrieb er unter anderem für Peter Patzak, Xaver Schwarzenberg und Houchang Allahyari, mit TV-Dokumentationen wie Dunkles, rätselhaftes Österreich und Das Fest des Huhns erlangte Kultstatus.
Mit Walter Wippersberg verliert der drehbuchVERBAND Austria und das drehbuchFORUM Wien ein langjähriges und ein in vielen Funktionen für die Interessen der DrehbuchautorInnen tätiges Mitglied, einen Wegbegleiter und Freund.

„Was ich noch sagen wollte…“
Nachruf auf meinen Lehrer, meinen Kollegen, meinen Freund
von Sandra Bohle

„Was ich noch sagen wollte…“, so nannte Walter im Juni 2011 seine letzte Vorlesung an der Filmakademie. „Vertraut auf Euch selbst. Bleibt Euch selber treu.“ Das waren die ersten beiden Sätze. Und das sagt viel über seine Haltung, als Lehrer und als Mensch. Er mutete seinen Studierenden zu, man selbst zu sein, zu sich zu stehen, den eigenen Weg zu finden. Er wollte nichts einreden, er wollte keine Nachahmer, er wollte, dass seine Studentinnen und Studenten selber denken. Am Ende seiner Lehrtätigkeit sagte er mir, er sei stolz darauf, in den 21 Jahren als Professor für Drehbuch und Dramaturgie kein einziges Talent, das ihm anvertraut war, beschädigt zu haben. Diese Bescheidenheit und Vorsicht im zwischenmenschlichen Umgang waren typisch. Meist verbarg er seine starke Empathie und kaum jemand wusste, wie genau er alle Menschen erkannte und durchschaute. Er war ein großer, ein weiser Lehrer und Mensch. Freiheit und Mündigkeit waren ihm wichtig. Und Haltung, auch politische. Künstlerisch ließ er sich nicht einordnen, legte sich nie fest, sein Werk ist vielgestaltig, seine unstillbare Neugierde trieb ihn immer wieder in unbekannte Gefilde, ließ ihn sich immer wieder neu erfinden. Als Kinderbuchautor, Filmemacher, Drehbuchautor, Hörspielautor, Schriftsteller, Sachbuchautor, Fotograf hinterlässt er Spuren, auf allen Gebieten erlangte er Meisterschaft. Walter riskierte bis zuletzt immer Neues, er setzte nie auf sicheres Terrain. Sein Werk ist zeitlos, vieles wurde zu Klassikern, nichts unterlag der Mode oder dem Zeitgeist. Walter blieb sich immer selber treu. Er lebte so, wie er seinen Studierenden lehrte. Ich bin stolz, seine Schülerin gewesen zu sein und danach noch viele Jahre an seiner Seite als Assistentin und Kollegin gearbeitet zu haben. Ich habe viel von ihm gelernt, ich habe ihm viel zu verdanken. Es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen. Walter, ich vermisse Dich.

 

scriptLAB fiction

Nächster Einreichtermin 25.2.2016

Unser Stoffentwicklungsprogramm scriptLAB fiction richtet sich an erfahrene DrehbuchautorInnen ebenso wie an NachwuchsautorInnen. Es versteht sich als Starthilfe für abendfüllende Kinospielfilmprojekte, die in inhaltlicher, dramaturgischer und/oder formaler Hinsicht ungewöhnliche Ansätze verfolgen und bietet eine besondere Chance für die Entwicklung von Stoffen, die eine eigene Handschrift vorweisen und vorerst unabhängig von Förderinstitutionen, ProduzentInnen und kommerziellen Erwartungen entwickelt werden sollen. Das Förderprogramm beinhaltet sowohl dramaturgische Begleitung, als auch finanzielle Unterstützung.
Nächster Einreichtermin ist am 25. Februar 2016
Wir nehmen Einreichungen jeder Zeit entgegen.

 
Weitere Details hier >
 
Elisabeth Scharang (c) Russmann
Willhelm Hengstler

Let's talk about scripts - Jack und Fegefeuer

11.3.2016, 14 Uhr, Graz

Unser Let’s talk about scripts – Diagonale SPEZIAL findet heuer erstmals nicht zum Eröffnungsfilm statt (ein Let’s talk about scripts zu Maikäfer flieg wird es im April in Wien geben), aber wir freuen uns, dass in der neuen Diagonale Reihe In Referenz gleich zwei Filme im Zentrum des Gesprächs stehen: Ausgangspunkt ist der neue Film von Elisabeth Scharang Jack, der die Geschichte des Frauenmörders, Häfenliteraten und Unterweltdandys Jack Unterweger erzählt. Dazu passend Wilhelm Hengstlers preisgekrönter Film Fegefeuer mit gleichem Protagonisten, den der Grazer Hengstler 1988 mit Drehbuch-Beteiligung von Unterweger verwirklichte. Die unterschiedlichen Herangehensweisen an den Stoff, die Schreibarbeit an biografischem Material generell sowie die dramaturgisch bedingte Fragestellung von Schuld und Unschuld sind nur einige Themen der Veranstaltung. Moderiert wird das Gespräch von Christian Frosch, der kürzlich mit seinem Film Von jetzt an kein Zurück bei unserer Gesprächsreihe zu Gast war und für diesen Film den Österreichischen Filmpreis 2016 für das beste Drehbuch erhielt.
Zu Gast: Elisabeth Scharang und Wilhelm Hengstler
HDA – Haus der Architektur, Mariahilferstraße 2, 8020 Graz
Beide Filme sind auf der Diagonale zu sehen.
Wir bitten um Anmeldung. In Kooperation mit der Diagonale.
Weitere Details und Anmeldung >

 

Thomas Pluch Drehbuchpreis 2016

Verleihung am 11.3.2016, Graz

Der drehbuchVERBAND Austria freut sich, die diesjährige Ausschreibung des Thomas Pluch Drehbuchpreises 2016 bekannt geben zu können. Folgende Preise werden vergeben:

Alle Informationen zum Preis finden Sie hier >

Die vom Bundeskanzleramt für Kunst und Kultur gestifteten Preise in der Gesamthöhe von
22.000 Euro werden am Freitag, 11. März 2016 auf der Diagonale in Graz verliehen. Bei diesem Festakt werden zusätzlich der Carl-Mayer-Drehbuchpreis und der Dor Film Preis für Drehbuchentwicklung vergeben.

Die Einreichfrist endete am 14. Dezember 2015.

 

scriptLAB docu

Nächster Einreichtermin 12.4.2016

scriptLAB docu unterstützt DokumentarfilmregisseurInnen bei der Erarbeitung von Konzepten abendfüllender Kino-Dokumentarfilme, zu denen eine dramaturgische Begleitung gewünscht wird. Das Angebot richtet sich in erster Linie an erfahrene DokumentarfilmemacherInnen, aber auch Nachwuchsfilmschaffende können in das Programm aufgenommen werden.
Einreichungen nehmen wir ab sofort entgegen, nächster Einreichtermin ist am 14.April 2016.

 
Weitere Details hier >
 
Adam Price (c) Milena Strange
FSE Award  (c) Milena Strange

FSE European Screenwriters Award

Adam Price gewinnt mit Borgen

Am 21. September 2015 vergab die Federation of Screenwriters in Europe (FSE) in Brüssel den ersten Europäischen Drehbuchpreis an den dänischen Drehbuchautor Adam Price, Schöpfer und Showrunner der außergewöhnlich erfolgreichen TV-Serie Borgen.
Borgen, eine 3-teilige TV-Serie mit je 10 einstündigen Episoden über den Aufstieg der Politikerin Nyborg zur dänischen Ministerpräsidentin, wurde in mehr als 80 Länder verkauft und gewann den Prix Italia, BAFTA und Monte Carlo TV Festival Awards.

Ziel des Preises ist es auf die Bedeutung der DrehbuchautorInnen für den Film sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch bei politischen EntscheidungsträgerInnen aufmerksam zu machen und die Vernetzung auf europäischer Ebene zu intensivieren. Die Nominierten wurden von den einzelnen Mitgliederverbänden vorgeschlagen, den Preis selbst vergab der Vorstand der FSE.
Zeitgleich zur Verleihung erschien eine Publikation, welche wichtige europäische DrehbuchautorInnen portraitiert, geplant ist den Preis von nun an jedes zweite Jahr zu verleihen. Der Drehbuchverband Austria war mit einer Delegation (Obfrau Eva Spreitzhofer, Vorstandsmitglied Ulrike Schweiger, Wilbirg Brainin-Donnenberg und Christian Neubacher) in Brüssel vertreten.

Wir danken der Literar Mechana und vielen weiteren europäischen Verwertungsgesellschaften für die Unterstützung des FSE Awards.

FSE – Federation of Screenwriters in Europe
Die FSE vereint 25 nationale Drehbuchverbände in 19 Ländern, mit insgesamt mehr als 7.500 Mitgliedern. Der drehbuchVERBAND Austria ist seit 2007 Mitglied der FSE.

Die Rede von Adam Price als Audio-Datei >
Zur FSE Webseite >

 
 
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