Kathrin Resetarits

Heldenfabrik - Lecture von Kathrin Resetarits

Die Strukturschablone des plotzentrierten Films, ihre Limitierungen und Auswirkungen
28. Juni 2018, 17.30 – 21.30 Uhr, Gewerbehaus der Wiener Wirtschaftskammer

Nach einem künstlerischen Aufbruch, der in den 1970er Jahren mit New Hollywood auch in die teuren amerikanischen Mainstreamproduktionen Eingang gefunden hatte, kam es in den 80ern gleichzeitig mit dem Aufschwung der neoliberalen Ideologie zu einem Backlash im Filmschaffen. Film als Produkt, das an den Mann und die Frau gebracht werden muss, stand wieder im Vordergrund, künstlerischer Anspruch und Inhalt verloren an Wichtigkeit.
Damit einher ging eine Verfestigung der Vormachtstellung der standardisierten, plotzentrierten Erzählung und ihrer strukturimmanenten Inhalte.
Obwohl nur eine von unzähligen Erzählstrukturen, bleibt die Behauptung ihrer Allgemeingültigkeit heute sowohl in der Ausbildung als auch in der Ratgeberliteratur meist unhinterfragt. Inhaltliche Limitierungen der normierten Struktur werden nicht wahrgenommen, andersartige wie zum Beispiel themengebundene Formen werden nur in Bezug auf sie definiert oder ganz vernachlässigt. Filmschaffende, aber in Folge auch Zuschauer, entwickeln einen blinden Fleck für Konstruktionen und Inhalte, die der Schablone nicht entsprechen. Sie werden als Abweichungen, als Fehler wahrgenommen und fallen dadurch oft schon im Produktionsprozess Begradigungsmaßnahmen und „Ausbesserungen“ zum Opfer.
Dabei sind wir immer mehr mit Themen und Stoffen konfrontiert, für die uns die eine ewig gleiche Geschichte nicht reicht, die andere Strukturen brauchen, um erzählt werden zu können. Was macht die plotzentrierte Erzählweise aus? Was kann man damit nicht erzählen? Wie bestimmen Erzählstrukturen in dieser Marktverbreitung die Praxis des Drehbuchschreibens und unsere Sicht auf die Welt?

Die preisgekrönte Drehbuchautorin (Thomas Pluch Drehbuchpreis für Licht), Schauspielerin (Ensemblepreis für L’Animale), Lehrende an der Filmakademie Wien und DFFB Berlin hinterfragt anhand von Beispielen aus ihrer Arbeit die kanonisierte Erzählstruktur.

Anmeldung unbedingt bis 24. Juni 2018 erforderlich.
Teilnahme bei freiem Eintritt.
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Lucrecia Martel 300

Masterclass: Lucrecia Martel

12. Juli 2018, 16.00 Uhr, Stadtkino im Künstlerhaus

Ein Markenzeichen Martels ist ihre nahezu unheimlich anmutende Handhabung von Temporalität und Raum. Ihr Gespür für kinematographischen Rhythmus spiegelt aufs Engste die Logik des Sinnes. Obwohl ihr filmisches Handwerk unverkennbar ihre eigene Handschrift trägt, beweist Martel doch mit jedem neuen Film, wie sehr sich ihr Stil kontinuierlich weiterentwickelt und sich neuen Ansprüchen stellt. In der Masterclass wird Martel ihre Techniken sezieren, Zeit und Raum im Film zu beugen.
Ihr jüngster Film ZAMA, der 2017 Premiere in Venedig feierte, führt Martel ihre Zuschauer*innen in ein Neuland. In diesem verblüffenden, dystopischen Kostümfilm, der das Genre auf den Kopf stellt, ist die Filmemacherin mit einem männlichen Protagonisten beschäftigt.
Moderation: Kathrin Resetarits
Bei freiem Eintritt

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table reading for dialogues – call

Einreichungen bis 15. August 2018

Als neue Initiative für Drehbuchautor*innen starten wir im Herbst table reading for dialogues. Dieses bei der writers guild of Great Britain sehr erfolgreich erprobte Modell der gegenseitigen Unterstützung von Autor*innen und Schauspieler*innen beim Dialogschreiben soll in der Drehbuchphase Hilfe bei der Erarbeitung von einzelnen Drehbuchszenen bieten. Um die Erfahrung von Schauspieler*innen bei Dialogszenen zu nützen, werden Schauspieler*innen zum Vortragen ausgewählter Dialoge gewonnen. Es gibt bereits zahlreiches Interesse an dieser neuen Form des internen Austausches zwischen Drehbuchautor*innen und Schauspieler*innen.
Fünf Projekte werden vom Vorstand des Drehbuchforums ausgewählt und jedes Projekt erhält eine Stunde Zeit für die Lesung der Drehbuchszenen. In einem moderierten Gespräch erhalten die fünf Autor*innen Feedback der Schauspieler*innen und der anderen Autor*innen. Table reading for dialogues ist keine öffentliche Veranstaltung, sondern eine geschlossene Runde der Beteiligten.

Einreichunterlagen:
Kurzinhalt (ca. 3 Sätze)
Auswahl von 3 Drehbuchszenen, zu denen Feedback gewünscht wird.
Figurenbeschreibung – 3 Sätze pro Figur, die in den Szenen vorkommen.
Bitte keine fertigen Drehbücher einreichen!

Einreichungen bis 15. August an office@drehbuchforum.at
Zur zeitlichen Planung: Table reading for dialogues findet in der Woche vom 17. September statt, 16.00 – 22.00h

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IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT

3. Drehbuchwettbewerb zu Frauen*figuren jenseits der Klischees

Ausschreibung 2018

Eine Initiative des Drehbuchforum Wien und des Österreichischen Filminstituts/gender*in*equality

Wir freuen uns sehr, zum dritten Mal den Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT auszuschreiben.

Die erfreulich große Teilnahme am Drehbuchwettbewerb der letzten beiden Jahre (85 und 77 Einreichungen, mit einem Frauenanteil von jeweils rund 75%) und das enorme Echo waren ein wichtiges Zeichen an die Branche. Es gibt ganz offensichtlich viele spannende Ideen und großes Interesse am Thema. Durch den Drehbuchwettbewerb fühlten sich viele Autor*innen ermutigt, bewusst differenzierte Frauen*figuren zu entwickeln und andere Stoffe zu erzählen.
Mit einer gezielten Unterstützung von Drehbuchautor*innen bei der Entwicklung von Frauen*figuren jenseits der Klischees wollen das Drehbuchforum Wien und das Österreichische Filminstitut dazu beitragen, dass heimische Autor*innen ihre Ideen in einem finanziell abgesicherten Rahmen frei ausarbeiten können, ohne (wie oft üblich) in Vorleistung zu gehen und ohne sich an vermeintlichen Erfolgsrezepten orientieren zu müssen.

Der Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT°) wird zusätzlich zu den gut dotierten Preisgeldern und der dramaturgischen Begleitung der Preisträger*innen auch 2018 wieder ein Pitching mit Produzentinnen von 16-18 Stoffen aus der Shortlist beinhalten, um möglichst vielen der für den Wettbewerb entwickelten Einreichungen einen guten Start in die Drehbuchentwicklung zu geben.

Der zweistufige Drehbuchwettbewerb richtet sich an die österreichische Filmbranche. Einreichberechtigt sind Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren, Nachwuchsautorinnen und Nachwuchsautoren österreichischer Nationalität oder EWR-Bürger*innen mit ständigem Wohnsitz in Österreich.

Einzureichen sind Exposés für abendfüllende Kino-Spielfilme mit mindestens einer zentralen Frauenfigur. Alle Genres und Formate sind willkommen.

Einreichfrist
Exposés können ab sofort eingereicht werden.
Einreichfrist: 5. September 2018, es gilt das Datum des Poststempels.

Alle weiteren Informationen inklusive Einreichformular >

 

scriptLAB fiction

Nächster Einreichtermin 10. September 2018

Unser Stoffentwicklungsprogramm scriptLAB fiction richtet sich an erfahrene DrehbuchautorInnen ebenso wie an NachwuchsautorInnen. Es versteht sich als Starthilfe für abendfüllende Kinospielfilmprojekte, die in inhaltlicher, dramaturgischer und/oder formaler Hinsicht ungewöhnliche Ansätze verfolgen und bietet eine besondere Chance für die Entwicklung von Stoffen, die eine eigene Handschrift vorweisen und vorerst unabhängig von Förderinstitutionen, ProduzentInnen und kommerziellen Erwartungen entwickelt werden sollen. Das Förderprogramm beinhaltet sowohl dramaturgische Begleitung, als auch finanzielle Unterstützung.

Nächster Einreichtermin ist am 10. September 2018
Wir nehmen Einreichungen jeder Zeit entgegen.
Weitere Informationen >

 

scriptLAB docu

Nächster Einreichtermin 15. Oktober 2018

Ziel von scriptLAB docu ist es, DokumentarfilmregisseurInnen in der Frühphase der Stoff- und Konzeptentwicklung für abendfüllende Kino-Dokumentarfilme zu unterstützen. Das Programm beinhaltet sowohl dramaturgische Begleitung, als auch finanzielle Förderung. Das Angebot richtet sich in erster Linie an erfahrene DokumentarfilmermacherInnen, Nachwuchsfilmschaffende können jedoch ebenfalls in das Programm aufgenommen werden. Wir nehmen Einreichungen jeder Zeit entgegen.

Nächster Einreichtermin scriptLAB docu: 15. Oktober 2018
Details und Einreichformular >

 

FSE European Screenwriters Award 2017

Anne Landois gewinnt mit “Engrenages”

Anne Landois, Showrunner und Drehbuchautorin der vielfach ausgezeichneten TV-Serie Engrenages (Spiral), gewinnt den zweiten FSE European Screenwriters Award. Der Preis wurde am 23. November 2017 von der Federation of Screenwriters in Europe (FSE) in Brüssel im Rahmen eines feierlichen Festakts vergeben. Wir gratulieren herzlich zur Auszeichnung!
Die französische Kriminal- und Justizserie Engrenages gewann schon 2015 den International Emmy Award für Beste Serie und einen Globes de Cristal Award.
Als Österreichischer Beitrag war Agnes Pluch nominiert, sie wurde in der zeitgleich zur Verleihung erscheinenden Publikation, welche wichtige europäische Drehbuchautor*innen portraitiert, vorgestellt.

Ziel des FSE Award ist es auf die Bedeutung der Drehbuchautor*innen für den Film sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch bei politischen Entscheidungsträger*innen aufmerksam zu machen und die Vernetzung auf europäischer Ebene zu intensivieren. Die Nominierten wurden von den einzelnen Mitgliederverbänden vorgeschlagen, den Preis selbst vergibt der Vorstand der FSE.

2015 gewann der dänische Drehbuchautor Adam Price, Schöpfer und Showrunner der außergewöhnlich erfolgreichen TV-Serie Borgen.

Wir danken der Literar Mechana und vielen weiteren europäischen Verwertungsgesellschaften für die Unterstützung des FSE Awards.

FSE – Federation of Screenwriters in Europe
Die FSE vereint 25 nationale Drehbuchverbände in 19 Ländern, mit insgesamt mehr als 7.500 Mitgliedern. Der drehbuchVERBAND Austria ist seit 2007 Mitglied der FSE.
Zur FSE Webseite >

 
PreisträgerInnen Pluch Preis Brauneis Resetarits Bidwell
 
 
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Thomas Pluch Drehbuchpreis 2018

Die PreisträgerInnen


Der drehbuchVERBAND Austria freut sich im Namen des Preisstifters Bundeskanzleramt Kunst und Kultur die Preisträger_innen der Thomas Pluch Drehbuchpreise 2017 bekannt zu geben. Die internationale Jury hat aus den fünf nominierten Drehbüchern den mit 12.000.- Euro dotierten

Thomas Pluch Hauptpreis ausgewählt, er geht an:

Der Thomas Pluch Spezialpreis der Jury geht zu je 7.000.- Euro an:

Die internationale Jury bestand aus Sonja Heiss (Drehbuchautorin, Regisseurin, Schriftstellerin, DE), Tobias Nölle (Drehbuchautor, Regisseur, Editor, CH) und Katrin Schlösser (Produzentin, Filmemacherin, DE).

Für den Haupt- und den Spezialpreis der Jury waren Cops von Stefan A. Lukacs, Die beste aller Welten von Adrian Goiginger, Licht von Kathrin Resetarits, Life Guidance von Ruth Mader und Martin Leidenfrost sowie
Zauberer von Clemens Setz, Sebastian Brauneis und Nicholas Ofczarek nominiert.

Die nationale Jury, bestehend aus Elisabeth Gabriel (Filmdramaturgin, Theaterregisseurin, Lektorin, AT/DE), Valentin Hitz (Drehbuchautor, Regisseur, AT und Karina Ressler (Editorin, AT), hat aus 21 Einreichungen fünf Drehbücher für den Hauptpreis nominiert und den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme zu 3.000.- Euro vergeben.

Den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme erhält:

Der Thomas Pluch Drehbuchpreis feiert heuer sein 26-jähriges Bestehen, er ist mit einem Preisgeld von insgesamt 22.000.- Euro eine der wichtigsten filmischen Auszeichnungen des Landes.

Prämiert werden realisierte Drehbücher abendfüllender Kino- und Fernsehspielfilme heimischer DrehbuchautorInnen des letzten Jahres.
Die feierliche Preisverleihung fand gemeinsam mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis im Rahmen der Diagonale’18 am Freitag, 16. März 2018 im Hotel Wiesler in Graz statt.

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