






If she can see it, she can be it. Frauen*figuren jenseits der Klischees
Preisverleihung 10. Runde - 1. Stufe 27.5.2026
Thema: Familienfilm
Am Mittwoch Abend, dem 27. Mai 2026, fand die feierliche Preisverleihung der ersten Runde des zweistufigen Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT im Filmcasino in Wien statt.
Die hochkarätige Jury hat aus 63 (!) eingereichten Exposés 5 ausgewählt, die jeweils mit einem Preisgeld von je 4.000 Euro ausgezeichnet wurden. Der Preis umfasst zusätzlich eine dramaturgische Begleitung durch erfahrene Drehbuchautor*innen.
Die Preisträger*innen der 1. Wettbewerbsstufe
Das Drehbuchforum Wien, das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, das Österreichischen Filminstitut/ Gender*Diversity*Inclusion und FC GLORIA Feminismus Vernetzung Film freuen sich sehr, die Preisträger*innen der ersten Wettbewerbsstufe (vom Exposé zum Treatment) von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT bekannt zu geben:
· Diego Rojas Ortiz und Jorge Luis García mit Coral Child
· Maximilian Fürst mit Der Erlebnisbericht
· Lilli Schwabe und Kathi Senn mit Das Flüstern des Waldes
· Ella Stanley und Moritz Licht mit Die Wimplewoods
· Barbara Wolfram mit Wirbel
Eine faszinierende Bandbreite an Projekten und Protagonistinnen*, die ungewöhnliche Geschichten verspricht:
Die neunjährige Lucía, die in der Nähe einer Meeresforschungsstation aufwächst, entwickelt eine stille Freundschaft zu einem in den Korallen lebenden Wesen und lernt dabei, die Natur als etwas zu begreifen, das aktiv zurückblickt. Eine Geschichte, die dem Ozean eine intime, kindliche Präsenz verleiht und damit ökologische Trauer in eine unmittelbare Erfahrung transferiert. (Coral Child)
Eine achtjährige Pflegefamilientochter droht kurz vor dem Wiedersehen mit ihrer leiblichen Mutter alles zu verlieren, als sie in einer Kinderbande bestehen will und bei einem Ladendiebstahl erwischt wird. Die Geschichte zeigt, was es bedeutet als Frau, als Pflegemutter, als Mädchen und als Schülerin ganz selbstverständlich mehr Fürsorgearbeit leisten zu müssen als andere. (Der Erlebnisbericht)
In dem modernen Märchen entdecken zwei Waisenkinder ein uraltes Familiengeheimnis und folgen in den Wäldern den Spuren ihrer (Räuber-)Vorfahren. Es braucht keinen Prinzen mehr, der alle rettet. Das erledigen die Mädchen selbst, mit Hilfe von Pilzen. So lernen sie, dass der größte Schatz weder Gold noch Geld ist, sondern die Natur. (Das Flüstern des Waldes)
Die Heldin ist eine neugierige Maus, die von ihrem Froschkönig-Vater losgeschickt wird, um angesichts eines drohenden Krieges auf einem verlassenen Minigolfplatz das Tierreich zu retten. Uns begegnet ein Hamster mit Angststörungen, ein vierzehnjähriger Junge, der vom Zweiten Weltkrieg besessen ist, eine Eidechse, die gerne raucht, obwohl sie mit jedem Zigarettenzug kurz in Ohnmacht fällt. Ein Familienfilm der etwas wilderen Sorte. (Die Wimplewoods)
Eine zehnjährige Mathematikbegeisterte zieht mit ihren Müttern aufs Land und sucht Halt in Zahlen und Formeln, während um sie herum alles in Bewegung gerät. Sie startet mit zwei neuen Freund*innen eine Petition gegen einen umstrittenen Windpark, wodurch sie beim gemeinsamen Haustürwahlkampf lernt, dass Zuhören wichtiger ist als Rechthaben. (Wirbel)
Wir danken der fünfköpfigen Jury:
Anne Gröger Drehbuchautorin und Schriftstellerin
Senad Halilbašić Drehbuchautor und Dramaturg
Dorothea Löcker Verlegerin, Autorin und Illustratorin
Antonia Prochaska Leiterin des Bereichs Filmbildung der Akademie des Österreichischen Films
Isa Schieche Vorjahrespreisträgerin, Drehbuchautorin und Regisseurin
Die Biografien der Jurymitglieder sowie weitere Infos zum Wettbewerb finden Sie hier und unterhalb: https://www.drehbuchforum.at/stoffentwicklung/wettbewerb-if-she-can-see-it/
Der 2016 initiierte Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT. Frauen*figuren jenseits der Klischees unterstützt Autor*innen bei der Entwicklung innovativer Frauen*figuren mit dem Ziel mehr Vielfalt, Lebendigkeit und neue Vorbilder in die Drehbücher und damit auch in die österreichischen und internationalen Kinos zu bringen.
Dank an das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport – unser Partner des Wettbewerbs – danke an Peter Schernhuber für die Finanzierung des Wettbewerbs, um den uns viele beneiden. Danke an Roland Teichmann – Leiter des Österreichische Filminstitut und Iris Zappe-Heller - Stellvertretende Leiterin des Österreichischen Filminstituts und Beauftragte für Gender*Diversity*Inclusion für ihr kontinuierliches Engagement.
Drehbuchwettbewerb






Schwerpunkt: Familienfilm
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Wettbewerbs wollen wir wieder einen neuen Impuls setzen und diesmal den Familienfilm in den Fokus zu rücken.
Ein gelungener Familienfilm nimmt Kinder und junges Publikum ernst: mit ihren Interessen, Herausforderungen, ihrem Blick auf die Welt. Gleichzeitig erreicht er als All Age Movie generationenübergreifend auch ein erwachsenes Publikum, was ihn auch so erfolgreich macht.
Familienfilm meint nicht Familie als Thema, sondern einen Film für Kinder und ihre Eltern, Tanten, Onkeln, Großeltern oder Freund*innen.
Kinder und Jugendliche sind ein sehr neugieriges, open-minded Publikum, aber auch beinhart ehrlich und wittern versteckte belehrende Mitteilungen sofort. Man darf sie nicht unterschätzen - umso lohnender ist es, wenn es gelingt, sie mit glaubwürdigen, komplexen Charakteren und spannenden Geschichten zu begeistern und mit Hoffnung, gemeinsam mit ihren Eltern, Tanten, Onkeln, Großeltern oder Freund*innen, aus dem Kino ziehen zu lassen.
In Österreich gibt es keine große Tradition im Kinder- und Familienfilm. In den letzten 20 Jahren nahm die Produktion (vor allem von originären Stoffen österreichischer Drehbuchautor*innen) noch weiter ab - obwohl Filme wie "Villa Henriette" (2004), "Das Pferd auf dem Balkon“ (2012), „Maikäfer flieg!“ (2016), „Madison“ (2021), „Die Geschichten vom Franz“ (2022) und „Neue Geschichten vom Franz“ (2023) große Erfolge waren, sowohl auf Festivals als auch im Kino.
Wir wollen Autor*innen, Produzent*innen sowie auch Förderstellen ermutigen, das große Potential des Familienfilms zu erkennen!
In einigen Europäischen Ländern wie etwa Dänemark gibt es seit 1982 eine Fördermittelquote von 25% für Kinder- und Jugendfilme. Außerdem wird eine Publikumsrecherche gefördert, die speziell für den Familienfilm von besonderem Nutzen ist. Wie die dänische Forscherin Eva Novrup Redvall in ihrer Keynote im Rahmen des Kick-Off der 10. Runde des Wettbewerbs am 10.12.2025 beschrieben hat, ist beim Familienfilm die Zusammenarbeit mit dem Publikum schon in der Stoffentwicklung sehr wichtig, um „Kinderthemen“ nicht bloß aus der Erwachsenenperspektive zu erzählen.
Wir halten daher das Credo von Eva Novrup Redvall „Thinking of children as beings not as becomings“ hoch, denn nur so ist es möglich, die Welten von Kindern in ihrer ganzen Komplexität sichtbar zu machen. Und wir fragen: Welche Themen sind besonders in Österreich für junge Menschen relevant und spannend?
Die filmische Darstellung der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst ihre Wahrnehmung der Welt; if she can see it, she can be it!
Das Thema stieß auf sehr viel Interesse, die Bandbreite der Einreichenden und Geschichten war erfreulich groß, auch die Genrebezeichnungen spiegeln die Vielfalt: Kriminalkomödie, Adventure-Comedy, Coming-of-Age Mystery, Sci-Fi, Odd Couple Drama, Road Trip Movie, Zeitgenössisches Märchen, Fantasy Animation,…




Pitching
Zusätzlich zu den Preisträger*innen haben zehn von der Jury ausgewählte Autor*innen die Gelegenheit im Rahmen eines Pitchings am 29. Juni 2026 in der WKO Wien (Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft) ihre Stoffe Produzent*innen und Producer*innen zu präsentieren. Die Pitching-Veranstaltung ist eine Kooperation von Drehbuchforum Wien, BMWKMS, FC GLORIA – Feminismus Vernetzung Film, Propro Produzentinnenprogramm und Österreichischem Filminstitut/ Gender*Diversity*Inclusion und der Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft in der WKW.
Ausblick
Die fünf ausgewählten Stoffe werden bis Anfang November 2026 zu Treatments weiterentwickelt und stehen dann erneut im Wettbewerb. Einer der Stoffe wird durch die Jury mit einer weiteren Förderung von 12.000 Euro und zusätzlicher dramaturgischer Begleitung ausgezeichnet. In dieser Phase geht es um die Entwicklung vom Treatment zu einem fertigen Drehbuch.
Mit dem Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT und dem anschließenden Pitching wird vielen Stoffen ein guter Start in die Drehbuchentwicklung gegeben und ein klares Signal an die Filmbranche gesetzt: Es gibt viele talentierte Drehbuchautor*innen und innovative Frauen*figuren jenseits der Klischees und speziell auch großes Interesse und spannende Ideen für Familienfilme. Es bleibt zu hoffen, dass die Projekte das Interesse von Produktionsfirmen und Förderstellen wecken, wichtige Beiträge zur Stoffentwicklung in Österreich liefern und dadurch auch zur gendergerechteren Verteilung der Fördermittel beitragen.
Die Preisträger*innen der 1. Stufe des Wettbewerbs

Diego Rojas Ortiz und Jorge Luis García
Coral Child
Jurybegründung
Flirrend, glitzernd, plätschernd, rauschend, glucksend, blubbernd, das Meeresrauschen brüllt, die Stille ist lebendig. Die Schuppen schimmern, das Licht bricht. Salz liegt in der Luft. Ein sanftes Begegnen und die Donna Harawaysche Planetarische drastische Dringlichkeit, dass wir uns über die eigene Blase, die eigene Art hinaus verwandt machen müssen. Eine Geschichte der Zugewandtheit, fast schmerzhaft schön und dabei klar. Eine Annäherung, leise, sensibel, Mensch-meeresfluide, zwischen Klimaforschung, Solarpunk und Hoffnung. Über das „sich einander widerspiegeln“ der präzisen, autistischen, neunjährigen Lucia und dem durch ein Experiment entstandenen Korallenkind, und deren tiefen Verbundenheit über das eigne Biotop hinaus. Eine Geschichte, die dem Ozean eine intime, kindliche Präsenz verleiht und damit ökologische Trauer in eine unmittelbare Erfahrung transferiert.
Coral Child
Aus der Perspektive eines 9-jährigen Mädchens, das in der Nähe einer Meeresforschungsstation aufwächst, entwickelt sich eine stille Freundschaft zwischen ihr und einem in Korallen lebenden Wesen – eine Geschichte über Freundschaft und darüber, wie man lernt, die Natur mit den Augen eines Kindes zu sehen: als etwas, das zurückblickt.
Diego Andrés Rojas Ortiz
ist ein in Chile geborener Filmemacher und visueller Dramaturg, der seit 2011 in Österreich lebt und international im Bereich Film und darstellende Künste tätig ist. Er absolvierte ein Bachelorstudium der Bildenden Kunst sowie einen Master in Dramatischem Design an der Universidad de Chile und studierte Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien. Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Bühnen-, Kostüm- und Produktionsdesigner nähert er sich dem Erzählen über Bild, Rhythmus und Atmosphäre. Seine Arbeit basiert auf konzeptioneller Klarheit, materialbezogener Recherche und einer sensiblen Wahrnehmung von Raum und Körperlichkeit. Aufgewachsen in einer Familie mit starkem Bezug zur Meeresforschung an der chilenischen Küste, verbindet er aktuell seine erzählerische Praxis mit seiner Herkunft in neuen Filmprojekten. Neben seiner fiktionalen Arbeit realisiert er derzeit einen Dokumentarfilm in Chile über Meeresalgen, Küstengemeinschaften und die ökologischen Realitäten des Pazifiks.
Jorge Luis García Fuentes
(Havanna, 1967) ist Regisseur, Drehbuchautor und Dramaturg. Er absolvierte seine Ausbildung an der Escuela Nacional de Arte (1988) sowie am Instituto Superior de Arte in Havanna (1993), wo er parallel Regie, Dramaturgie und Theaterwissenschaft studierte. Anschließend war er dort als Dozent an der Fakultät für Darstellende Kunst sowie an der Fakultät für Film und audiovisuelle Medien tätig. Er war Mitglied der renommierten Theaterensembles Teatro Estudio und Teatro Buendía und inszenierte eigene Stücke, die international aufgeführt wurden, unter anderem in Kuba, den USA, Italien, Spanien und Mexiko. Seit 2007 lebt er in Mexiko, wo er als Autor und Regisseur für staatliche Radio- und Fernsehsender tätig ist und fiktionale Formate für Kinder und Jugendliche entwickelte. Seit 2022 schreibt und inszeniert er Dokumentarserien für den Educational Television Channel.

Maximilian Fürst
Der Erlebnisbericht
Jurybegründung
Diese Geschichte erzählt von einem Mädchen und einer Frau, die Verantwortung übernehmen. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig. Präzise wird in einer Erzählung, die sich über wenige Stunden erstreckt, aufgefächert, was es bedeutet, als Frau, als Pflegemutter, als Mädchen und als Schülerin ganz selbstverständlich mehr Fürsorgearbeit leisten zu müssen als andere. Unter Beobachtung und Bewertung zu stehen in patriarchal geprägten Strukturen, lässt die eigenen Handlungen schnell fehlerhaft wirken und hat die Folge, dass einem das verantwortungsvolle Handeln bei erster Gelegenheit wieder abgesprochen wird und Konsequenzen drohen.
In einer gleichnishaften Erzählung wird bebildert, dass Familie vieles sein kann, aber dass sie sich vor allem durch die gemeinsam erlebte Zeit mit den Menschen, die uns alles bedeuten, definiert.
Der Erlebnisbericht
Die 8-jährige Lolo lebt bei ihrer Pflegefamilie in einer Westösterreichischen Kleinstadt. Alle sind aufgeregt, bald wird es ein Treffen mit ihrer leiblichen Mutter geben, die in die Drogenkriminalität abgerutscht ist, und wieder Kontakt zu Lolo sucht. Um sich in einer kleinen Kinderbande beweisen zu können, stiehlt Lolo in einem Supermarkt eine Limodose. Als sie erwischt wird, steht der Verbleib bei ihrer Familie auf dem Spiel.
Maximilian Fürst wurde in Lustenau, Vorarlberg geboren. Er begann seine Ausbildung am filmcollege Wien, bevor er 2024 seinen Bachelor in Regie und Drehbuch an der Filmakademie Wien abschloss. Nachdem er einige Jahre in unterschiedlichen Positionen im Film gearbeitet hat, ist er seit 2021 hauptberuflich als Drehbuchautor tätig. Für seine Drehbücher konnte er mehrere Auszeichnungen gewinnen (u.a. Förderpreis Carl-Mayer Drehbuchpreis). „Der Fels“ wurde für das Jahresstipendium der Literar Mechana ausgewählt, und ins ScriptLab des drehbuchForums aufgenommen.

Lilli Schwabe und Kathi Senn
Das Flüstern des Waldes
Jurybegründung
Zwei Schwestern fliehen bei Nacht und Nebel aus dem Waisenhaus, um in einem Wald nicht nur nach einem Schatz, sondern auch nach ihrer Herkunft zu suchen. Die Geschichte, die sich daraus entspinnt, arbeitet mit alten Märchenmotiven, die sie aber modern umsetzt. Es braucht keinen Prinzen mehr, der alle rettet. Das erledigen die Mädchen heutzutage selbst. Selbst wenn sie dabei ein bisschen Hilfe von einem kleinen Fliegenpilz und seinen Pilzkollegen bekommen. Durch sie lernen die Kinder auch, dass der größte Schatz weder Gold noch Geld ist, sondern die Natur. Eine Botschaft, die in der heutigen Zeit gar nicht genug betont werden kann.
Die Mischung aus Abenteuer, Märchen und magischem Realismus hat uns so überzeugt, dass wir einen der fünf Preise der 1. Stufe des 10. Drehbuchwettbewerbs if she can see it, she can be it an „Das Flüstern des Waldes“ von Lilli Schwabe und Kathi Senn vergeben.
Das Flüstern des Waldes
Zwei Waisenkinder entdecken ein uraltes Familiengeheimnis und begeben sich tief in den Wäldern auf die Spuren ihrer (Räuber-)Vorfahren. Durch ihren Mut, ihren Zusammenhalt und die unerwartete Hilfe eines freundlichen Fliegenpilzes, schaffen sie es, den Fängen des Waldgrafen zu entkommen und einen sagenumwobenen Schatz zu finden.
Lilli Schwabe
geb. 1980 in Kassel, lebt seit 2002 in Wien und hat drei Kinder. Schauspielstudium in New York (Lee Strasberg Theatre and Film Institute) und Wien (Schauspielschule Krauss). Zwei Jahre Gasthörerin in der Regieklasse von Michael Haneke an der Filmakademie Wien. Zahlreichen Engagements in Bühnen- und Filmproduktionen (u.a. Theaternachwuchspreis Drachengasse, Festspiele Reichenau). Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien (Mag.a phil. 2011).
Kathi Senn
Geboren 1982 in Wien. Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien, sowie Theater- Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Videokünstlerin, Mutter einer Tochter, Freelancerin im Bereich Schnitt und Animation, mehrfach ausgezeichnete Werbefilmregisseurin, Kreative Leitung der Werbefilmproduktion Snakes and Funerals (we make stories)

Ella Stanley und Moritz Licht
Die Wimplewoods
Jurybegründung
Diese Geschichte beginnt mit einem „Es war einmal“. Ein König hat einen Auftrag, eine Heldin zieht los, ein Reich muss gerettet werden. Doch dieser Stoff hinterfragt auf kluge Art und Weise die Erzählmechanismen, deren er sich selbst bedient und ist dabei zugleich ein aufregendes Feuerwerk kleiner und großer Ideen: Die Heldin ist eine Maus, das Königreich ein verlassener Minigolfplatz im Burgenland. Der König ist ein Frosch, der verheimlicht, dass er eigentlich eine Kröte ist. Uns begegnet ein Hamster mit Angststörungen. Ein vierzehnjähriger Junge, der vom Zweiten Weltkrieg besessen ist. Eine Eidechse, die leidenschaftlich gerne raucht, und das, obwohl sie mit jedem Zigarettenzug kurz mal in Ohnmacht fällt. Doch man will halt erwachsener wirken als man ist.
Dieser Stoff ist erwachsen, kindlich und jugendlich zugleich. Ein Familienfilm eben, aber einer der etwas wilderen Sorte.
Die Wimplewoods
Das königliche Tierreich auf einem von Menschen verlassenen Minigolfplatz ist in Gefahr. Krieg zieht auf. Eine neugierige Mäuseprinzessin wird von ihrem selbsternannten Froschkönig Vater losgeschickt, eine Prophezeiung zu erfüllen und das Reich zu retten. Auf dem Nachbargrundstück versucht ein stilles Menschenmädchen ihren zerstörungswütigen Bruder zu stoppen. Während beide Welten aufeinanderprallen, erkennen die beiden Mädchen, dass ihre Väter nicht die Männer sind, die sie vorgeben zu sein.
Ella Lee Stanley
(*2003) ist eine deutsch-irische Drehbuchautorin, Regisseurin und Schauspielerin.
Sie wuchs in Berlin auf und stand erstmals im Alter von 12 Jahren in der Netflix-Hitserie "Dark" vor der Kamera und ist seitdem in verschiedenen Produktionen zu sehen. Seit 2022 studiert sie Drehbuch und Regie an der Filmakademie Wien.
Moritz Licht
studiert seit 2021 an der Filmakademie Wien Drehbuch und Produktion. Gemeinsam mit Lorenz Uhl schrieb er das Drehbuch Söder, das beim Max Ophüls Preis seine Weltpremiere feierte und auf renommierten Festivals wie z.B. in Clermont-Ferrand und Palm Springs spielte. Sein Langfilmdebüt Save Our Souls war auf der Longlist für den Deutschen Drehbuchpreis 2025 und befindet sich demnächst in Herstellung.
Mit ihrer Serie „LUCID“ gewannen Elle Lee Stanley und Moritz Licht beim Drehbuchwettbewerb „Heldinnen in Serie“

Barbara Wolfram
Wirbel
Jurybegründung
Ein Mädchen zieht mit ihren beiden Müttern von der Stadt aufs Land. Es sind Sommerferien. Im Dorf kommt es bald zur Konfrontation mit dem Klimawandel. Ein Lösungsansatz scheint ein Windkraftpark zu sein.
Und nun entwickeln drei Kinder, sie sind elf Jahre alt, eine Petition für die Windräder: ein selbstbewusstes syrisches Mädchen, ein kommunikativer Junge und die hochkonzentrierte neue Dorfbewohnerin. Nach einer Welle der Ablehnung gelingt es den Dreien die Menschen durch einfühlsame Begegnungen und Gespräche langsam für ihre Initiative zu gewinnen.
Die ganze Tragweite eines Entscheidungsprozesses zeigt sich daran, wie sich Meinung durch neuerworbene Erkenntnisse verändern kann. Die Irritation der Wildtiere hatten sie nicht bedacht! Eine realistische, liebevolle und warmherzige Erzählung über Befindlichkeiten und Ambivalenzen von Dorfbewohner*innen in einem flirrenden Sommer.
Wirbel
Nach dem hochsommerlichen Umzug ins Weinviertel sucht Ingrid (10) Halt in Zahlen und
Formeln, während um sie herum alles in Bewegung gerät. In der öffentlichen Bücherei im
Nebendorf lernt sie Yasmin (11) kennen, die in Farben und Formen denkt. Als ein geplanter
Windpark die Gemeinde spaltet, starten die beiden eine Petition und treffen dabei auf Haris (12), der sie unterstützt. Weil er durch die Tankstelle seines Vaters im Ort jeden kennt, wird er zu ihrem entscheidenden Verbündeten. Gemeinsam ziehen sie von Haus zu Haus und entdecken, dass hinter jeder Tür eine Geschichte und hinter jeder Meinung eine Geschichte steckt. Zwischen digitalen Gerüchten über Windräder und Klimakatastrophe, einem skeptischen Jagdverein und unerwarteten Begegnungen begreifen sie, dass Zuhören manchmal wichtiger ist als Rechthaben.
Barbara Wolfram
ist Filmemacherin (Regie/ Drehbuch) und setzt sich in ihrer Arbeit mit sozialer Klasse, Arbeit, politischer Polarisierung und Widerstand auseinander und verknüpft diese Themen mit (auto)soziobiografischen Erfahrungen sowie Fragen von Familie, Mutterschaft und Vaterschaft, sowohl in der filmischen Praxis als auch in der Theorie. Barbara hat an der Universität Wien und der Filmakademie Wien studiert und promoviert. Forschungs- und Studienaufenthalte haben sie an die ENS Louis Lumière und EHESS - École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris, der
HDK-Valand Academy der Universität Göteborg, Schweden, der Guildhall School of Music and Drama London, UK und zuletzt an die Harvard University, MA geführt. Ihre Kurzfilme Walter L. (2025) und Diamond & Narcissus – 2025 ( الماس و نرگس) werden von Lemonade Film und sixpackFilm vertrieben und wurden u.a. bei den Hofer Filmtagen, den Vienna Shorts und der Diagonale gezeigt. Die Kurzfilme Dina (2026) und Barricades (2026) befinden sich in der Verwertung. Mit Bianca J. Rauch betreibt Barbara seit 2021 den divers-feministischen Filmpodcast Ned Wuascht.


Keynote Anne Gröger
Best Practice „Hey, ich bin der kleine Tod…aber du kannst auch Frida zu mir sagen“,
moderiert von Flora Mair
Zu Gast war die deutsche (Drehbuch)Autorin Anne Gröger, die wir für ein Keynote-Gespräch gewonnen haben, bei dem sie über die lange Reise von der Idee bis hin zur Verfilmung von „Hey, ich bin der kleine Tod…aber du kannst auch Frida zu mir sagen“ berichten wird.
Es ist eine Geschichte des Gelingens, die nicht die Schwierigkeiten bei der Finanzierung eines Familienfilms mit dem komplexen Thema Tod ausspart.
Angestoßen durch einen Pitchaufruf im Rahmen des Internationalen Kinderfilmfestivals Lucas in Frankfurt am Main, bei dem Anne Gröger den 3. Platz gewann, entstand aus der zum Herzensprojekt gewordenen Idee gleichzeitig ein Drehbuch und ein Roman.
Als die erfreuliche Drehbuchförderung beim „besonderen Kinderfilm“ nicht in einer Herstellungsförderung mündete, gelang es 2021 den gleichnamigen Roman im dtv Verlag zu veröffentlichen. Gute Kritiken und zwei Literaturpreise halfen dann bei der weiteren Projektentwicklung des Films. Die Finanzierung für die Herstellung zusammenzustückeln war kein leichtes, umso erfreulicher, dass der Familienfilm dieses Jahr fertiggestellt wird.
Anne Gröger hat mit Flora Mair über die ereignisreiche Herstellungsgeschichte des Films und ihre langjährige Erfahrung als Drehbuchautorin für Kinder- und Familienstoffe gesprochen.
Hier finden Sie den Mitschnitt des Gesprächs zum Nachhören >

Zeitplan
25. Februar 2026 Einreichtermin
27. Mai 2026 Preisverleihung der ersten Stufe
29. Juni 2026 Pitching
Anfang November 2026 Treatment-Abgabe der fünf prämierten Stoffe
30. November 2026 Hauptpreisverleihung
Stufe 1: Vom Exposé zum Treatment
Einzureichen waren in der ersten Wettbewerbsstufe Exposés für abendfüllende Kino- Spielfilme mit mindestens einer zentralen Frauenfigur. Prämiert wurden in der ersten Wettbewerbsstufe bisher fünf innovative Exposés heimischer Drehbuchautor*innen, die sich durch Frauen*figuren jenseits der Klischees auszeichnen. Zusätzlich zum Preisgeld von 4.000 Euro erhalten die ausgewählten Autor*innen dramaturgische Begleitung.
Pitching
Am 29. Juni 2026 wird es wieder ein Pitching geben, bei dem wir für 10 weitere, durch die Jury ausgewählte Teilnehmer*innen des Wettbewerbs die Möglichkeit bieten können, die für den Wettbewerb entwickelten Stoffe österreichischen Produzent*innen und Producer*innen vorzustellen und sich im persönlichen Gespräch wertvolles Feedback zu holen.
Stufe 2: Vom Treatment zum Drehbuch
In der zweiten Stufe des Wettbewerbs stehen die in der ersten Stufe entwickelten Treatments im Wettbewerb: Einer der Stoffe wird durch die Jury mit einer weiteren Förderung von 12.000 Euro ausgezeichnet. In dieser Phase geht es um die Entwicklung vom Treatment zu einem fertigen Drehbuch. Auch diese Phase schließt dramaturgische Begleitung mit ein.
Durch diesen Wettbewerb soll auch ein Anreiz für bislang nicht genug präsente Gruppen unter den Einreichenden geschaffen werden, mit ihrer spezifischen Expertise und einem vielschichtigen Zugang zu Figuren, Themen und filmischen Formen in den Vordergrund zu treten, damit sie in der österreichischen Produktionslandschaft den Platz, der ihnen aufgrund der Machtstrukturen und Ungleichheiten bisher verwehrt geblieben ist, endlich bekommen.
Mit der erneuten Ausschreibung wollen das Drehbuchforum Wien, Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport und das Österreichische Filminstitut dazu beitragen, dass Drehbuchautor*innen ihre Ideen in einem finanziell abgesicherten Rahmen frei ausarbeiten können, ohne (wie oft üblich) in Vorleistung zu gehen und ohne sich an vermeintlichen Erfolgsrezepten orientieren zu müssen.
Wir hoffen in Folge auch auf das Interesse der Produktionsfirmen und Förderstellen, die entstehenden mutigen und ungewöhnlichen Geschichten weiter zu unterstützen.
Zahlen und Fakten im 10. Jahr des Wettbewerbs
und ein erster Rückblick auf 10 Jahre
Seit 2016 wurden 605 Exposés aller Genres eingereicht. 45 Treatments wurden in diesem Zeitraum in der 1. Stufe (Exposé) mit jeweils 5.000 Euro (ab 2026: 4.000) ausgezeichnet. Bereits neun Mal wurde der Hauptpreis aus den in Folge entwickelten Treatments von jeweils 15.000 Euro vergeben - die 10. Hauptpreisverleihung wird am 30. November 2026 stattfinden.
Bei den Pitchings mit Produzentinnen und Producerinnen wurden bis jetzt über 110 Stoffe in konstruktiver Atmosphäre von den Drehbuchautor*innen vorgestellt – das nächste Pitching findet am 29. Juni 2026 in den Gebäuden der WKW am Praterstern statt.
Die Auswahl der Preisträger*innen haben in den vergangenen sieben Jahren renommierte
Jurymitglieder vorgenommen: Andrea Ernst, Ines Johnson-Spain, Anna Kim, Klara von Veegh, Matthias Writze, Barbara Albert, Iris Blauensteiner, Andrea Braidt, Katrina Daschner, Sabine Derflinger, Eva Flicker, Christian Frosch, Elisabeth Gabriel, Nike Glaser Wieninger, Elisabeth Gräftner, Valeska Grisebach, Pia Hierzegger, Tina Leisch, Alarich Lenz, Alexandra Makarová, Gabriele Mathes, Lukas Miko, Lydia Mischkulnig, Johanna Moder, Gionna Nazzaro, Karina Ressler, Yasemine Şamdereli, Susanne Scholl, Titus Selge, Lisa Terle, Cornelia Travnicek, Helene van der Meulen, Wolfgang Widerhofer, Weina Zhao, Milan Dor, Agnes Pluch, Arman T. Riahi, Angelika Reitzer, Jeanne Werner, Anna Seifert-Speck, Geraldine Bajard, Mo Harawe und Jessica Lind, Anne Gröger, Senad Halilbašić, Dorothea Löcker, Antonia Prochaska , Isa Schieche.
Die Umsetzung der einzelnen Projekte zur Entwicklung zum Treatment wurde von erfahrenen Dramaturg*innen wie z.B. Barbara Albert, Geraldine Bajard, Sabine Derflinger, Christian Frosch, Valeska Grisebach, Josef Hader, Sonja Heiss, Marie Kreutzer, Nina Kusturica, Gabi Mathes, Evi Romen, Sandra Wollner und Anja Salomonowitz begleitet.
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums wurde ein Rückblick aller Keynote-Speakerinnen der ersten 10 Jahre des Wettbewerbs präsentiert und es folgen nun ihre Namen in chronologischer Reihenfolge:
Helen Jacey, Barbara Albert, Maya Götz, Jutta Brückner, Sibylle Hamann, Jessica Hausner und Geraldine Bajard, Nina Kusturica, Stefanie Sourial, Yasmo, Mithu M. Sanyal, Marie Kreutzer, Anna Czarska, Jasmila Zbanic, Beatrix Winkler, Isolde Charim, Marianne Wendt, Eva Novrup Redvall
Zu Beginn lieferten sie Input als Kick-Off des Wettbewerbs, der seit seiner 5. Runde auch immer ein zusätzliches Thema hatte und nun sind die Keynotes fixer Bestandteil um auch diejenigen, die ohne Preis nach Hause zurückkehren zu beschenken mit Inspiration.
Auch die Musikerinnen der vergangenen Preisverleihungen wurden gewürdigt und es folgt eine alphabetische Liste ihrer Namen:
Angélica Castelló, Kasho Chualan, Isabella Forciniti, Katharina Klement, Julia Lacherstorfer, Ahoo Maher, Anna Katharina Mittermeier und Marlene Muthspiel, Maja Osojnik, Eva Reiter und Theresa Dlouhy, Christina Ruf, Sophie Katharina Schollum und Sara Zlanabitnig
Die Musikalische Gestaltung des gestrigen Abends übernahm der Chor FC Gloria Voices: „…mehr als ein musikalisches Ensemble – er ist ein Raum für kreative Freiheit, Empowerment und feministischen Ausdruck. Hier treffen Stimmen, Geschichten und Ideen aufeinander, verschmelzen zu Klanglandschaft, die gesellschaftliche Themen sichtbar machen. Wir schaffen einen Ort, an dem weibliche, nicht-binäre und LGBTQIA+ Perspektiven gehört, gefühlt und gefeiert werden.“

Die Hintergründe des Wettbewerbs
Ziel des Wettbewerbes ist es die vermehrte Entstehung differenzierter, komplexer Frauenfiguren jenseits der Klischees für das österreichische und internationale Kino zu fördern. Wir haben das Motto des Geena Davis Institute on Gender in Media als Titel des Wettbewerbs If She Can See It, She Can Be It ausgewählt, da es zu unseren Anliegen perfekt passt.
Laut Gender Report 2024 des Österreichischen Filminstituts gab es zwar im Zeitraum 2020–2021 in österreichischen Kinospielfilmen annähernd gleich viele weibliche wie männliche Hauptfiguren. Betrachtet man jedoch die Art der Darstellung mittels Bechdel-Wallace Test, so zeigen sich deutliche Unterschiede: Im Zeitraum 2012–2021 bestanden 82 % der Spielfilme mit weiblichen Kernteams diesen Test, was bedeutet, dass diese Filme eigenständige weibliche Hauptfiguren zeigten, die nicht lediglich auf Männer bezogen sind. Bei den männlich verantworteten Spielfilmen traf dies nur auf die Hälfte (51 %) zu.
Im Gender Report scheint außerdem auf, dass in Spielfilmen mit Kinostart 2012-2021 sexualisierte Gewalt entlang gängiger Opfer-Täter-Narrative dargestellt wurde: 81% der Täter*innen waren Männer und 79 % der Angegriffenen waren Frauen. Geschlechterunterschiede gab es auch in der Darstellung von Elternfiguren: Mütter wurden am häufigsten als Alleinerziehende (43 %) oder in einem gemeinsamen Familienhaushalt mit Kindern (44 %) gezeigt. Mit 63 % war jedoch der Anteil der dargestellten Väter, die ihre Kinder im gemeinsamen Familienhaushalt erziehen, weitaus höher.
Untersucht wurde auch das Alter der Schauspieler*innen, die im Spielfilm Hauptfiguren verkörperten. Es zeigt sich, dass weibliche Schauspieler*innen etwas häufiger in das Feld des jungen Erwachsenenalters fielen (circa Mitte 20 bis Anfang 40 Jahre), während sich das Alter der männlichen Schauspieler*innen breiter verteilte. Die Zeitspanne, in der weibliche Schauspieler*innen im österreichischen Film Engagements erhielten, war also kürzer als die ihrer männlichen Kolleg*innen.
(Zitate aus/Quelle: Genderreport 2024, Österreichisches Filminstitut, https://filminstitut.at/wp-content/uploads/2024/04/GenderReport2024_220x297_FINAL_Web.pdf)
Meryl Streep schuf ein eigenes Writer’s Lab für Drehbuchautorinnen ab 40 Jahren (bei dem auch das Drehbuchforum Wien eine Partner*innen-Organisation ist), Geena Davis leistet seit Jahren mit den vielfältigen Aktivitäten ihres Institute on Gender in Media wichtige Beiträge.
Andere Frauenrollen (und damit auch andere Männerrollen), also Leinwand-Heldinnen, die selbständig Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, nicht immer mit Krankheit und Tod bestraft werden, die nicht von Männern gerettet werden müssen, Frauen, die in nicht-traditionell weiblichen Berufen gezeigt werden, die diverse Herkünfte und andere Auffassungen von Geschlechterrollen sowie Beziehungsformen haben – all diese können auch indirekt zu einer Änderung in der Gesellschaft beitragen.
Der Titel des Wettbewerbs “If she can see it, she can be it. Frauen*figuren jenseits der Klischees“ beinhaltet weiterhin ein „Gendersternchen“ um auf den Geschlechtsbegriff als ein soziales Konstrukt hinzuweisen. Wir betonen, dass der Begriff „Frauen*figur“ in keiner Weise restriktiv zu interpretieren ist. Dies inkludiert selbstverständlich weiterhin queere, trans, sowie cis Frauen, lesbische, bisexuelle und asexuelle Frauen. Im Sinne des letztjährigen Schwerpunkts auf Diversity in allen Formen sind Einreichungen, deren Hauptfigur nicht als Frau* sondern als nicht-binär, intersexuell, genderfluid und agender charakterisiert ist, ebenfalls willkommen.
Der Wettbewerb will Drehbuchautor*innen dabei unterstützen Mut bei der Entwicklung neuer Role-Models zu zeigen. Die zahlreichen Einreichungen im letzten sowie im heurigen Jahr zeigen, dass es genug Ideen gibt, Frauen jenseits althergebrachter Erwartungen zu zeigen. Filme, die differenzierte und komplexe Frauenfiguren zeigen, sollen unser Kinoerleben und damit unser Leben bereichern und keine Ausnahmen bleiben!
Konzept
drehbuchFORUM Wien (Wilbirg Brainin-Donnenberg) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (Peter Schernhuber), Österreichischen Filminstitut | Gender*Diversity*Inclusion (Iris Zappe-Heller) und FC GLORIA Feminismus Vernetzung Film. Organisation: drehbuchFORUM Wien.
