









Schwerpunkt: Familienfilm
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Wettbewerbs wollen wir wieder einen neuen Impuls setzen und diesmal den Familienfilm in den Fokus zu rücken.
Ein gelungener Familienfilm nimmt Kinder und junges Publikum ernst: mit ihren Interessen, Herausforderungen, ihrem Blick auf die Welt. Gleichzeitig erreicht er als All Age Movie generationenübergreifend auch ein erwachsenes Publikum, was ihn auch so erfolgreich macht.
Familienfilm meint nicht Familie als Thema, sondern einen Film für Kinder und ihre Eltern, Tanten, Onkeln, Großeltern oder Freund*innen.
Kinder und Jugendliche sind ein sehr neugieriges, open-minded Publikum, aber auch beinhart ehrlich und wittern versteckte belehrende Mitteilungen sofort. Man darf sie nicht unterschätzen - umso lohnender ist es, wenn es gelingt, sie mit glaubwürdigen, komplexen Charakteren und spannenden Geschichten zu begeistern und mit Hoffnung, gemeinsam mit ihren Eltern, Tanten, Onkeln, Großeltern oder Freund*innen, aus dem Kino ziehen zu lassen.
In Österreich gibt es keine große Tradition im Kinder- und Familienfilm. In den letzten 20 Jahren nahm die Produktion (vor allem von originären Stoffen österreichischer Drehbuchautor*innen) noch weiter ab - obwohl Filme wie "Villa Henriette" (2004), "Das Pferd auf dem Balkon“ (2012), „Maikäfer flieg!“ (2016), „Madison“ (2021), „Die Geschichten vom Franz“ (2022) und „Neue Geschichten vom Franz“ (2023) große Erfolge waren, sowohl auf Festivals als auch im Kino.
Wir wollen Autor*innen, Produzent*innen sowie auch Förderstellen ermutigern, das große Potential des Familienfilms zu erkennen!
In einigen Europäischen Ländern wie etwa Dänemark gibt es seit 1982 eine Fördermittelquote von 25% für Kinder- und Jugendfilme. Außerdem wird eine Publikumsrecherche gefördert, die speziell für den Familienfilm von besonderem Nutzen ist. Wie die dänische Forscherin Eva Novrup Redvall in ihrer Keynote im Rahmen des Kick-Off der 10. Runde des Wettbewerbs am 10.12.2025 beschrieben hat, ist beim Familienfilm die Zusammenarbeit mit dem Publikum schon in der Stoffentwicklung sehr wichtig, um „Kinderthemen“ nicht bloß aus der Erwachsenenperspektive zu erzählen.
Wir halten daher das Credo von Eva Novrup Redvall „Thinking of children as beings not as becomings“ hoch, denn nur so ist es möglich, die Welten von Kindern in ihrer ganzen Komplexität sichtbar zu machen. Und wir fragen: Welche Themen sind besonders in Österreich für junge Menschen relevant und spannend?
Die filmische Darstellung der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst ihre Wahrnehmung der Welt; if she can see it, she can be it!
Auf unserer Linkliste finden Sie Ressourcen rund um das Thema Familienfilm. Die Liste wird laufend geupdated und wir freuen uns über Hinweise zu Büchern/Blogs/Podcasts/...!
Das Thema stieß auf sehr viel Interesse, die Bandbreite der Einreichenden und Geschichten war erfreulich groß, auch die Genrebezeichnungen spiegeln die Vielfalt: Kriminalkomödie, Adventure-Comedy, Coming-of-Age Mystery, Sci-Fi, Odd Couple Drama, Road Trip Movie, Zeitgenössisches Märchen, Fantasy Animation,…
Aus 63 eingereichten Exposés wurden in der 1. Stufe 5 Exposés von der hochkarätigen Jury ausgewählt und mit einem Preisgeld von je 4.000 Euro und einer zusätzlichen dramaturgischen Begleitung prämiert. In der 2. Stufe wählt die Jury aus den fünf entstandenen Treatments den mit 12.000 Euro dotierten Hauptpreis aus. Damit ist der Preis einer der höchstdotiertesten Drehbuch-Entwicklungspreise der heimischen Branche und setzt ein klares Zeichen für eine positive Veränderung von Frauen*figuren auf der Leinwand.
Zusätzlich zu den Preisträger*innen haben zehn von der Jury ausgewählte Autor*innen die Gelegenheit im Rahmen eines Pitchings am 29. Juni 2026 in der WKO Wien (Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft) ihre Stoffe Produzent*innen und Producer*innen zu präsentieren. Die Pitching-Veranstaltung ist eine Kooperation von Drehbuchforum Wien, BMWKMS, FC GLORIA – Feminismus Vernetzung Film, Propro Produzentinnenprogramm und Österreichischem Filminstitut/ Gender*Diversity*Inclusion und der Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft in der WKW.
Ausblick
Die fünf ausgewählten Stoffe werden bis Anfang November 2026 zu Treatments weiterentwickelt und stehen dann erneut im Wettbewerb. Einer der Stoffe wird durch die Jury mit einer weiteren Förderung von 12.000 Euro und zusätzlicher dramaturgischer Begleitung ausgezeichnet. In dieser Phase geht es um die Entwicklung vom Treatment zu einem fertigen Drehbuch.
Die Preisträger*innen


Anne Gröger wurde 1983 in Hildburghausen geboren und ist in Dresden aufgewachsen. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr nach Kyiw, Ukraine und arbeitete im Straßenkinderzentrum ASPERN. Es folgte ein Studium in Trier (Medienwissenschaft, BWL, Politik). In dieser Zeit arbeitete sie an diversen Kurzfilmprojekten mit und absolvierte Praktika im Film- und Journalismusbereich. Von 2008 – 2010 studierte Anne Drehbuch an der Hamburg Media School. Seit Ende ihres Studiums arbeitet sie als freie Autorin für Film, Fernsehen und Hörspiele. Außerdem veröffentlichte sie zwei Romane für Kinder und Jugendliche. Momentan lebt Anne in Leipzig.
Senad Halilbašić, geboren in Bosnien und Herzegowina, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und promovierte 2018 mit einer Arbeit zum Theater während des Bosnienkriegs. Er arbeitet als Drehbuchautor für Kino und Serie, u. a. für Souls (Drehbuchpreis beim Canneseries Festival), 7500 (Österreichischer Filmpreis 2021 für das beste Drehbuch), Der Pass sowie Tatort – Dunkelheit (Grimme-Preis-Nominierung). Sein Film Vier minus Drei feierte 2026 in der Panorama-Sektion der Berlinale Premiere und startet am 6.3. österreichweit im Kino. Im Frühjahr wird die Adaption von Herkunft gedreht. Aktuell entwickelt er mit Saša Stanišić die Verfilmung des Jugendromans Wolf.
Dorothea Löcker, geboren am 4. September 1948 in Wien. Verlegerin des Picus Verlags, Autorin und Illustratorin von Kinderbüchern, Lektorin und Grafikerin. Seit über 40 Jahren in der Kinderbuchbranche tätig, verfügt sie über umfassende Expertise in der Entwicklung und Gestaltung des Kinderbuchprogramms ihres Verlags. Mehrfaches Jury-Mitglied für das Mira-Lobe-Stipendium (Literarische Projekte der Kinder- und Jugendliteratur in Prosa, Lyrik, Dramatik und Illustration) sowie für den Romulus-Candea-Preis für Kinderbuchillustration. Lebt und arbeitet in Wien.
Antonia Prochaska (sie/ihr) lehrt zum Thema Kino an der Kunstuniversität Linz (künstlerisches Lehramt) und leitet an der Akademie des Österreichischen Films den Bereich der Filmbildung. In dieser Funktion, entwickelt sie angewandte Filmbildungsprojekte wie z.B. die Kann Film die Welt verbessern? Schulprojektwochen, oder die GEN SLASH Jugendjury, und kooperiert für den Young Audience Award mit der European Film Academy. Ein weiterer Fokus ist die internationale Vernetzung, der Austausch und Wissenstransfer für die Filmbildung. 2023 hat sie den Arbeitskreis für Filmbildung in Österreich initiiert, 2025 war sie Teil der Auswahlkommission des Goldenen Spatz und hat 2026 einen Think Tank zum Thema Kino ohne Kinder auf der Diagonale mitgestaltet. Ihr Diplom in Bildender Kunst hat sie 2015 mit einer künstlerisch forschenden Arbeit zum Thema Monster und Drastische Ästhetik im phantastischen Film abgeschlossen.
Ein österreichischen Kino zu stärken, das die Liebe zum Medium Film weckt und dabei junge Menschen und ihre Familien als relevantes und kritisches Publikum der Gegenwart in all seiner Vielseitigkeit ernst nimmt, und ist ihr Ziel.
Isa Schieche lebt und arbeitet als bildende Künstlerin und Filmemacherin in Wien. In ihrer bildhauerischen und filmischen Arbeit thematisiert sie Brauchtum und Handwerk, Schwesternschaft und Queerness. 2024 erhielt Isa Schieche den Max Ophüls Preis - Bester Kurzfilm für “Die Räuberinnen” und den Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis. 2025 erhielt sie für “Lawles” den Hauptpreis des Drehbuchwettbewerbs If she can see it, she can be it.
Isa Schieche war Teil des Programmboards des Festival der Regionen, das im Juni 2025 in Braunau am Inn stattfand.
Ihre Filme wurden bei zahlreichen Festivals gezeigt wie dem SXSW-Texas, BFI Flare London, Diagonale Graz, Palm Springs International Film Festival, Frameline48 San Francisco und Kasseler Dokfest.
Eine Initiative des Drehbuchforum Wien, des BMWKMS und des Österreichischen Filminstituts/Gender*Diversity*Inclusion, in Kooperation mit FC Gloria – Feminismus Vernetzung Film.
Konzept: drehbuchFORUM Wien (Wilbirg Brainin-Donnenberg) in Kooperation mit dem Österreichischen Filminstitut/Gender*Diversity*Inclusion (Iris Zappe-Heller), und FC Gloria – Feminismus Vernetzung Film.
